Kiew und Ukraine



Foto © Thomas Kristan
Deutsches Handwerk
Offenbar haben sich die Macher dieses Spots vom Kinofilm „2012“ beflügeln lassen. Ausgerechnet mit einer Apokalypse möchte das deutsche Handwerk sein Image aufpolieren. Ohne Frage ist der Spot extrem aufmerksamkeitsstark und beeindruckend gemacht. Nur das Timing hätte kaum schlechter sein können: Ich meine, die aktuellen Bilder aus Haiti sprechen für sich. Vielleicht sollte sich das deutsche Handwerk besser (imagefördernd) beim Wiederaufbau in Haiti engagieren? Ausbildung anbieten? Die nackten Menschen – aus dem Spot – nehme ich dem deutschen Handwerk sowieso nicht ab. Der größte Teil unserer alltäglichen Kleidung wird aus Fernost importiert.
Bevölkerung in Deutschland
In Schleswig-Holstein liegt Deutschlands kleinste Gemeinde: Wiedenborstel hat gerade einmal fünf Einwohner und verfügt über einen gewaltigen Frauenüberschuß. Vierfünftel der Einwohner von Wiedenborstel sind nämlich weiblich. Die Gemeinde Wiedenborstel im Kreis Steinburg ist 4,5 Quadratkilometer groß. Daraus errechnet sich eine Bevölkerungsdichte von 1,1 Einwohner je Quadratkilometer.
Berlin hingegen ist die am dichtesten besiedelte Gemeinde Deutschlands. Auf einen Quadratkilometer leben in der Hauptstadt 3849 Menschen (Deutschlandweit = 230 Einwohner je Quadratkilometer). Insgesamt verzeichnete Berlin am 31.12.2008 exakt 3.431.675 Einwohner.
Apropos Wiedenborstel: Die Einwohner stammen aus einer Familie und 1910 zählte die Gemeinde noch 119 Einwohner. Überhaupt leben in der Gemeinde mindestens 11 Menschen. Allerdings erhält Wiedenborstel lediglich für fünf Erwachsene Steuermittel vom Land.
Bevölkerung in China
Mit rund 1,3 Milliarden Menschen ist China bekanntlich das bevölkerungsreichste Land der Welt. Um dem Bevölkerungswachstum Einhalt zu gebieten, verfolgt China schon länger eine strenge Ein-Kind-Politik.
Nun veröffentlichte die Akademie der Sozialwissenschaften eine Studie, welche sich mit den Auswirkungen der staatlichen Familienplanung beschäftigt. Das Ergebnis dürfte Besorgnis erregen: In 10 Jahren werden gut 24 Millionen Chinesen auf der Suche nach einer Lebensgefährtin leer ausgehen.
Ursache für die selektive Abtreibung weiblicher Ungeborener, vor allem in den ländlichen Gebieten, ist das mangelhafte System der Altersvorsorge und die Annahme, ein Sohn könne die Eltern im Alter versorgen. Traditionell kümmert sich eine Tochter nach ihrer Heirat nur noch um die Familie ihres Mannes.
Glänzende Äpfel und faule Kredite
Die Finanzkrise entstand aufgrund einer einfachen wie genialen Idee: Die Neuerfindung der Hypothek, indem man z.B. tausend Verträge zu einen neuen attraktiven Wertpapier bündelt. Eine Wertanlage, das als Alternative zur traditionellen Staats- und Industrieanleihe verkauft werden konnte. Kurzum, Hypotheken sollten in Anleihen verwandelt werden können.
Was tatsächlich in so einer Anlage an Werten steckt, wissen oft nicht einmal mehr die Experten. So ein verbrieftes Paket ist vergleichbar mit einer Obstkiste auf dem Großmarkt: Die glänzenden Äpfel liegen oben und das angefaulte Obst weiter unten. Wie auch immer: Ich wollte es ganz genau wissen und kaufte die Tage ein ganzes Paket sogenannter toxischer Papiere.
Die gibt´s für ein paar Euro bei der Bank meines Vertrauens. Das ist kein Problem. Gleichwohl ein Problem ist das Aufspüren der einzelnen Finanzierungsobjekte, im Regelfall die Grundlage der Hypothek. Einen Apfel meiner Obstkiste konnte ich inzwischen lokalisieren und – offen gesagt – meine Überraschung hielt sich in Grenzen: Ein Bauernhaus in den ukrainischen Karpaten.



Das Renditeobjekt steht auf fruchtbaren Boden. Die Stallungen können mit wenigen Handgriffen reaktiviert werden. Und zur rumänischen Grenze ist es nur ein Katzensprung, schließlich ist Rumänien ein Mitglied der Europäischen Union. Da kommt mir die Werbung vom Hornbach Baumarkt in den Sinn: “Du kannst es Dir vorstellen. Also kannst Du es auch bauen!”
Durchschnittliche Flugreise
Durchschnittliche Flugreise 2008 rund 2000 Kilometer lang
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatten die insgesamt 96 Millionen von deutschen Flughäfen begonnenen Flugreisen eine durchschnittliche Länge von 1966 Kilometern. Dies entspricht in etwa auch der Entfernung, die jeder Einwohner durchschnittlich im gesamten Jahr 2008 mit Bussen und Bahnen zurückgelegt hat (1979 Kilometer). Passagiere mit Flugzielen in Deutschland (25 Millionen) legten im Durchschnitt 434 Kilometer zurück.
Im internationalen Verkehr aus Deutschland reiste ein Flugpassagier durchschnittlich 2508 Kilometer. Insgesamt wurden im Auslandsverkehr 71 Millionen Passagiere gezählt. Dabei lag die durchschnittliche Reiseweite zu europäischen Flugzielen bei 1200 Kilometern (Passagieranteil am gesamten Auslandsverkehr: 76,5%), nach Afrika legte ein Flugpassagier durchschnittlich 4000 Kilometer zurück (4,3%). Amerika kam auf 7500 Kilometer (10,0%) und Asien auf 6900 Kilometer (9,2%).
Sonnenfinsternis
Wer heutzutage Multimilliardär ist und Geld im Überfluss besitzt, engagiert sich entweder sozial oder sucht sich ein sehr teures Hobby. Nun, der russische Oligarch Roman Abramowitsch leistet sich gleich zwei teure Hobbys: Fußball und Yachten. Ein paar hundert Millionen Euro (600 Mio. Euro lt. Wikipedia) dürfte Abramowitsch seit 2003 in den Londoner Club FC Chelsea gesteckt haben. Wer kann der kann! Doch der FC Chelsea war zuletzt 2006 Englischer Fußball-Meister. Und im Geschäftsjahr 2008 wies der Londoner Verein den Rekordverlust von 83 Millionen Euro in seinen Büchern aus.
Wie auch immer, schließlich ist Fußball nicht rund um den Globus die wichtigste Nebensache der Welt. Deshalb leisten sich Milliardäre weltweit auf einen ganz anderen Schauplatz den ultimativen Wettkampf, ich spreche dabei von Mega-Luxus-Yachten. Die Regel ist so einfach wie nachvollziehbar: Je länger eine Yacht um so “vermögender” erscheint der Besitzer. Die Faustregel im Yachtbau, wonach ein Meter Yacht eine Millionen Euro kostet, ist bei den aktuell auf Kiel liegenden Megayachten vollkommen außer Kraft gesetzt.
Bei der Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 in Deutschland residierte Roman Abramowitsch auf der 115 Meter langen Yacht “Pelorus” im Lübecker Hafen. Von dort aus flog er mit dem Hubschrauber zu den einzelnen Spielen. Nächstes Jahr findet die Fußball-WM in Südafrika statt. Abramowitsch wird auch dann wieder seine beiden liebsten Hobbys verbinden wollen und mit der Luxusyacht “Eclipse” in Kapstadt vor Anker gehen.
Am 11. Juli 2010 wird das Finalspiel der Fußball-WM in Johannesburg ausgetragen. Hebt der russische Oligarch dann per Hubschrauber von seiner “Eclipse” ab, wird das ein ganz besonderer Moment sein: Am Tag des Endspiels erleben nämlich Teile der Südhalbkugel eine seltene totale Sonnenfinsternis – Eclypse – der Coup des Roman Abramowitsch wäre perfekt.
Yacht der Superlative
Heute Morgen absolvierte die Yacht „Eclipse“ ihre erste umfangreiche Probefahrt. Mit einer Länge von 163 Meter baut die Hamburger Werft Blohm & Voss nicht nur die größte Yacht der Welt, sondern gleichzeitig auch die teuerste Privatyacht aller Zeiten. Geschätzte Baukosten: 800 Millionen Euro! Auftraggeber der Yacht ist diesmal kein Scheich vom Persichen Golf, sondern der russische Oligarch Roman Abramowitsch.

Foto Wikipedia: Die “Eclypse” im Hamburger Hafen.
Die “Eclipse” ist vollgestopft mit Sicherheitstechnik: Zu den eher simplen Maßnahmen gehören Scheinwerfer unterhalb der Wasserlinie, gepanzerte Bullaugen, unzählige Bewegungsmelder und elektronische Störmaßnahmen gegen die Digitalfotografie.
Zur robusten Verteidigung gehört ein Klein-U-Boot und ein Luftabwehrsystem. Diese Geräte werden später auf einer russischen Werf nachgerüstet. Das deutsche Waffenkontrollgesetz verbietet den Verkauf solcher Systeme an Privatpersonen.
Auf den insgesamt neu Decks gibt es einen Pool, ein Kino, eine Disco und zwei Landeplätze für Hubschrauber. Neben der zweifellos luxeriösen Eignerkabine und den Räumen für die Crew, bietet die Yacht Platz für 24 Gäste.

Foto Wikipedia: Die “Pelorus” bei Stockholm.
Abramowitsch ist bereits Eigner von verschiedenen Yachten und zu seiner Flotte gehören so gut klingende Namen wie “Pelorus”, “Sussurro” und “Ecstasea”. Die “Pelorus” hat über 40 Mann Besatzung und alleine die Unterhaltskosten dürften bei eine Millionen US-Dollar liegen: Monat für Monat!
Ground Zero
Acht Jahre nach den Terroranschlägen erleidet der Wiederaufbau an New Yorks Ground Zero ein Fiasko. 2011 – und damit zehn Jahre nach dem Anschlag – sollten die Bauarbeiten an Ground Zero beendet sein. Doch daraus wird nichts: Politiker, Behörden und Bauherren sind zerstritten, Termine werden nicht eingehalten und Kalkulationen deutlich verfehlt. Aktuelle Schätzungen zufolge könnte der Wiederaufbau bis 2018 andauern.



Foto © wtc.com
22 Milliarden US-Dollar sind für Bauvorhaben in Manhatten verplant – der Großteil davon an Ground Zero, wo am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers rasten. Vier neue Türme sollen dort entstehen. Allein der Freedom Tower, der jetzt “One World Trade Center” heißt, kostet 3,2 Milliarden Dollar. Dessen Stahlkern reckt sich nun langsam in die Höhe. Unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise entbrennt derzeit ein Streit, ob New York überhaupt so viele zusätzliche Büros braucht. Die Hafenbehörde, Besitzerin des Areals, schockte mit der Prognose, dass die Türme 2,3 und 4 erst im Jahre 2037 Mieter finden.
Privater Hauptinvestor auf Ground Zero ist der Immobilien-Tycoon Larry Silverstein. Im Juli 2001 erhielt Silverstein einen auf 99 Jahre befristeten Pachtvertrag für die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers. Das 47-stöckige Gebäude “7 World Trade Center” gehörte ihm bereits. Nachdem diese drei Gebäude bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zerstört wurden, erhielt Larry Silverstein eine Versicherungssumme von 4,6 Milliarden Dollar zugesprochen.

Foto © wtc.com: Ground Zero am 09.09.2009
Der Bau des “One World Trade Center” begann 2006 und wurde von Silverstein Properties in Auftrag gegeben. Kurz darauf übernahm die New Yorker Hafenbehörde den Bau des Hauptturms. Larry Silverstein ist derzeit mit den Gebäuden 2 World Trade Center, 3 World Trade Center und 4 World Trade Center befasst. Allerdings haben bisher nur die Bauarbeiten an Nummer 4, dem kleinsten Turm, begonnen. Das World Trade Center Memorial wird von Larry Silverstein und der New Yorker Hafenbehörde gemeinsam gebaut.









