Chinatown liegt direkt östlich neben Little Italy, so daß man bei einem Spaziergang von einem Block zum anderen eine Kulturwanderung machen kann: Aus dem chinesischen Restaurant kommend geht man zwei Minuten, um »Tiramisu«, zum Dessert zu nehmen. Chinatown hat die nach San Francisco zweitgrößte chinesische Bevölkerung außerhalb Chinas. Das Viertel ist voll mit Restaurants und chinesischen Spezialgeschäften. Es ist eine eigene Welt in der Stadt, sogar mit eigenen Zeitungen und mittlerweile einem größeren Einfluss im organisierten Verbrechen als Little Italy. Die chinesischen Gangs und Drogenhändler haben ihren Markt fest in der Hand und verfeinern die Mafia-Methoden noch. Die New Yorker Polizei sieht im chinesischen organisierten Verbrechen die größte Bedrohung im Moment.
Bei einem Spaziergang durch diese Nachbarschaft mit ihren Restaurants und Läden, die alle fernöstlichen Kostbarkeiten anbieten, die man sich vorstellen kann, erfährt man das besondere Flair, das hier herrscht. Sie können in Chinatown in über 200 Restaurants essen, Karate und Kung Fu lernen oder auch Fischmagen kaufen, wenn Ihnen der Appetit danach ist. Auf jeden Fall ist dieses Gebiet ein unbedingtes Muß für jeden New York Besucher!
Geschichte von New York Chinatown
Als die Einwanderung von Chinesen zugenommen hatte, wurde deren Einwanderung in den Jahren 1882 bis 1924 stark eingeschränkt. So durften die als Kulis für den Eisenbahnbau gern gesehenen Chinesen ihre Frauen nicht mitnehmen. Ganz Chinatown war dadurch ein überwiegend durch Junggesellen geprägter Stadtteil, der sich vom übrigen Stadtleben abkapselte. So kam es zu einer starken Erhaltung des chinesischen Kulturerbes, was sich noch heute im Stadtbild äußert. In Chinatown sprechen noch heute weniger als 55% der Bewohner Englisch und das Straßenbild ist von chinesischen Schriftzeichen und Läden geprägt. Dass dieser Trend anhält, sieht man an dem sich ausdehnenden Stadtteil Chinatowns, so sind große Teile des ehemaligen jüdischen oder italienischen Stadtviertels heute in chinesischer Hand. Um das italienische Erbe zu erhalten, haben sich Italiener und Chinesen auf eine feste Grenze geeinigt, ab derer an den Fassaden keine chinesischen Schriftzeichen mehr angebracht werden dürfen. Heute findet man Little Italy nur noch in der Mullberry-Street und in der Grand-Street.
Das Zentrum von Chinatown erstreckt sich entlang der Canal-Street, aber auch die Mott-Street ist eine durch chinesische Läden und Lokale stark geprägte und sehenswerte Straße. Die Ausstattung und Einrichtung der Läden richtet sich hierbei nicht nach dem Tourismus, sondern an den Bedarf der im Viertel wohnenden Menschen. Aber auch Touristen, die nachgemachte Uhren, Parfüm oder andere Fälschungen von Markenartikel suchen, finden hier ihre Händler, teilweise mit dem Aufdruck Made in Chinatown.