100.000-Kilometer-Marke erreicht
Auf ihrem Weg nach Riga zeigte sich die herbstliche Landschaft des zweiten baltischen Staates der Tour von ihrer schönsten Seite. Kurz vor der lettischen Metropole passierte die „E-Class Experience“ auf der Europastraße „Via Baltica“ die 100.000-Kilometer-Marke.
Zwanzig Minuten hinter Vilnius ging für die Teams der 36 E-Klassen heute im doppelten Sinne die Sonne auf: Herrliche Lichtspiele tauchten die Landschaft entlang der schnurgeraden A2 in ein Farbenmeer, das frühmorgendliche Spätstarter hellwach werden ließ. „Das ist ein wunderschöner Indian Summer!“ schwärmte Nikolaus Eickmann, während er die in allen Rottönen leuchtenden Laubmischwälder entlang der gut ausgebauten Fernstraße bewunderte. Der stellvertretende Chefredakteur des bedeutenden deutschen Internetportals „AutoBILD.de“, der seine Tourerlebnisse allabendlich in einem sehr persönlichen Weblog zusammenfasst, hatte sich ursprünglich vor allem auf die prachtvollen Großstädte entlang der ersten Etappe des Diesel-Marathons gefreut. Inzwischen genießt der Journalist aber auch die landschaftlich reizvollen Streckenabschnitte durch die unberührte Natur der baltischen Staaten. „Ich habe mich seit Paris schon gut mit dem Auto angefreundet“, erklärte er und outete sich gleichzeitig als Liebhaber des fünf Zentimeter höher gelegten Tropenfahrwerks, mit dem alle 36 Fahrzeuge der Flotte ausgestattet sind: „Damit hat man das sichere Gefühl, überall durchzukommen.“
Etwa 300 Kilometer trennen das litauische Vilnius und die lettische Hauptstadt Riga. Etwa die Hälfte der Strecke führt dabei über die Europastraße 67, welche die baltischen Staaten an Mittel- und Westeuropa anbindet. Die so genannte „Via Baltica“ beginnt in Warschau, verläuft danach über Suwalki, Vilnius sowie Riga und endet schließlich nach 1.300 Kilometern an den Ufern des Finnischen Meerbusens in Tallinn dem Ziel der morgigen Tagesetappe.
Ein kurzer Abstecher führte die Teams nach dem zügigen Passieren der lettischen Landesgrenze am späten Vormittag zu Schloss Rundale. Das einsam in der Nähe des Ortes Bauska liegende Anwesen ist landesweit eines der beeindruckendsten Gebäude im Barock- und Rokoko-Stil und an normalen Tagen beliebtes Ausflugsziel lettischer Schulklassen. Die staunenden Kinder zeigten heute jedoch deutlich mehr Interesse an den glänzenden Karossen als an der Geschichte ihrer Heimat.
Während die internationalen Teams auf dem letzten Wegabschnitt nach Riga vergeblich nach größeren Ortschaften Ausschau hielten, brachte AutoBILD.de-Fotograf Christian Köster die endlos wirkende Weite mit einem Satz auf den Punkt: „Schaut mal, da ist das Nichts!“. Fast unbemerkt erreichten die Fahrern schließlich einen Höhepunkt der Tour: Kurz vor Riga passierte die Flotte die 100.000-Kilometer-Marke auf ihrem Weg nach Peking. Insgesamt wird der Tross rund 490.000 Kilometer zurücklegen. Keine besonderen Vorkommnisse meldeten die Mercedes-Benz Techniker: Alle 36 E-Klassen laufen zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk.
Die lettische Kapitale erreichten die Teams am frühen Nachmittag. Zum ersten Mal seit Paris haben sie hier die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Stadterkundung. Riga ist nicht nur politischer und kultureller Mittelpunkt Lettlands, sondern auch mit 730.000 Einwohnern die größte Stadt im Baltikum. Jeder dritte Einwohner des Landes lebt hier. Das „Paris des Nordens“ ist heute vor allem für seine herrlichen Jugendstilbauten berühmt. Ganze Viertel wurden um die Jahrhundertwende in diesem Stil erbaut: Die historische Altstadt gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.




