Diesel-Tross hat erste Etappe souverän absolviert
Der E-Klasse Marathon ist heute Nachmittag in St. Petersburg angekommen. Am Ziel der ersten von fünf Etappen auf dem Weg nach Peking übergeben die meisten Fahrer ihren Schlüssel an die nächste Teilnehmergruppe – und verabschieden sich mit einem Hauch von Wehmut von diesem einmaligen automobilen Abenteuer.
Bei strömendem Regen nahm die E-Klasse Flotte heute früh gegen 7.15 Uhr Kurs auf Russland. Um bei den aufwändigen Zoll- und Einreiseformalitäten möglichst wenig Zeit zu verlieren, legten die 36 Fahrzeuge die rund 220 Kilometer lange Strecke von der estnischen Hauptstadt Tallinn bis nach Narva im Konvoi zurück. Die Bewohner von Estlands drittgrößter Stadt staunten nicht schlecht, als sich der etwa 400 Meter lange Autokorso im Schritttempo durch die Innenstadt in Richtung Grenze bewegte. Freundliche Einladungen einiger mit Wodkaflaschen ausgerüsteten Fußgänger mussten die Fahrer nicht nur aus Zeitgründen ausschlagen: Selbstverständlich gilt während der Fahrt absolutes Alkoholverbot.
In Narva markiert der gleichnamige Fluss die natürliche Grenze zu Russland. Das etwa 50 Meter lange Niemandsland „zwischen den Ländern“ befindet sich genau auf dem Strom, der an dieser Stelle von zwei gegenüberliegenden Festungen flankiert wird – der estnischen Hermannsburg am Westufer und der russischen Festung Ivangorod am Ostufer. Während des sechsstündigen Aufenthalts von Aus- zur Einreise konnten die Teams die schöne Aussicht ausgiebig genießen. Der Regen setzte erstmals an diesem Tag aus, und Stadt und Flussaue wirkten auch ohne hochprozentige Hilfsmittel gleich viel einladender. Hinter der Grenze hatten die Fahrer ausgiebig Gelegenheit, die Fahreigenschaften der Diesel-Limousine auf äußerst schlechten Straßen mit unzähligen Schlaglöchern zu testen.
Gegen Abend erreichte die E-Klasse Langstreckenfahrt in St. Petersburg ihr erstes von fünf Etappenzielen. Seit ihrem Start in Paris legten die Teams in den vergangenen sieben Tagen insgesamt rund 3550 Kilometer und damit den längsten Streckenabschnitt zwischen der französischen Metropole und Peking zurück. Dabei lernten sie nicht nur fremde Länder und Kulturen kennen, sondern konnten sich auch von der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge über diese weite Distanz überzeugen.
Als Höhepunkt der Tour erlebten viele der 80 Teilnehmer die Fahrt durch die baltischen Staaten, welche die wenigsten von ihnen bisher bereist hatten. „Diese Länder sind genauso, wie ich es mir erhofft hatte: Romantisch und völlig überraschend. Am besten gefallen hat mir der Abschnitt von Vilnius nach Riga. Dort bekam man plötzlich den Eindruck ganz anderer Größendimensionen. Das weite Land schien von der Straße aus gar kein Ende zu nehmen. Und dazu kam noch dieses fantastische Licht“, fasste Laurant Caillant, Redakteur beim französischen Magazin „Demeures & Chateaux“, seine persönlichen Eindrücke zusammen.
Nach ihrer Ankunft in der ehemaligen Zarenhauptstadt St. Petersburg treffen die Teams heute Abend während eines Galadinners auf die Teilnehmer der zweiten Gruppe, denen sie sicherlich mit einer Portion Wehmut die Autoschlüssel überreichen werden. Diese pilotieren die Fahrzeuge ab morgen früh auf einer Streckenlänge von 2708 Kilometern über den Ural bis nach Jekaterinburg.




