Russische Fahnder interessieren sich wieder für Geschäfte der Ölfirma Russneft. Die im Ausland unbekannte vier Milliarden Dollar Firma gehört Michail Guzerijew. Der 49-jährige Ölbaron könnte die Kontrolle über die von ihm aufgebaute Firma schon bald verlieren. Der Zerschlagung von Yukos und den Schwierigkeiten Guzerijews zum Trotz sind Russlands Superreiche mit Wladimir Putin gut gefahren.
Russlands Milliardäre werden immer mehr – und immer reicher. 1997, zu Beginn der zweiten Präsidentschaft von Jelzin, zählte Forbes in Russland gerade sechs Milliardäre, mit einem Gesamtvermögen von 6,6 Milliarden Euro. Ein Jahrzehnt später, nach sieben Jahren Putin und ebenso langem Boom für Öl und Gas, tauchen in Forbes weltweiter Milliardärs-Rangliste gleich 53 Russen auf, mit einem Gesamtvermögen von schwindelerregenden 208 Milliarden Euro.
Um sich den Kreml gewogen zu halten, bezahlen die Milliardäre die Werbekosten für den Versuch, die Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi zu holen ebenso wie die Arbeit des neugeschaffenen, vom KGB-Nachfolger FSB geleiteten Anti-Terror-Komitees. Im kommenden Wahlkampf für Parlaments- und Präsidentschaftswahl darf die Milliardärsgewerkschaft mindestens 74 Millionen Euro zahlen – offiziell für 4000 neue, staatliche Anwaltsbüros in ganz Russland.
Mehr Geld ins Ausland
Um ihr Risiko zu vermindern, kaufen die Magnaten auch im Ausland ein. Aluminiummagnat Oleg Deripaska macht es mit Strabag und Magna vor. Die Unternehmer müssten mehr im eigenen Land investieren, mahnte Putin die Milliardäre. Folgen sie nicht, würden wie im Fall Jukos wieder “Staatsanwälte und Steuerfahnder losgeschickt”, prophezeit Ex-Wirtschaftsminister Jewgenij Jasin.
Die vier Reichsten
Roman Abramovic: 14,2 Milliarden Euro
Oleg Deripaska: 12,4 Milliarden Euro
Wladimir Lisin: 11,2 Milliarden Euro
Michail Prochorow: 11,1 Milliarden Euro