Gestern fand in Dachau das jährlich wiederkehrende Radrennen statt. Dafür wurden die Straßen auf einer Länge von 1,4 Kilometer gesichert und abgesperrt. An zwei oder drei Stellen sorgte die Polizei mit unaufdringlicher Präsenz für Ordnung. Interessant für mich dabei war, mein Zuhause liegt im Zentrum der Rennstrecke und die Rennleitung bezog keine 50 m vom Haus entfernt ihren Sitz – auf der Ladefläche eines gemieteten LKW. Ich war also diesen Sonntag wegen der Rennveranstaltung eingesperrt, zumindest mit dem Auto. Also schnappte ich meine Kamera und zog los, um ein bisschen das Renngeschehen einzufangen.
Vom Radsport habe ich keine große Ahnung. Gefahren sind hier verschiedene Sport-Klassen. Zunächst war die Jugend mit zwei Klassen (U13 und U17) an der Reihe. Gemeinsam mit den U17 fuhren auch die Frauen ihr Rennen. Die Bewertung fand am Ende natürlich getrennt statt. Immerhin wurden 20 Runden (U13 = 12 Runden) gefahren. Dem folgten die Senioren und die zogen 25 Runden. Zum Schluss waren die jungen Wilden an der Reihe, die „echten“ Amateure. Ein Feld von 72 Radfahren (in drei Klassen) ging an den Start, um eine Strecke von 45 Runden (63 km) zu bewältigen.
Solche Rennen werden vom Bayerischen Radsportverband ausgeschrieben. Tags zuvor gab es ein Radrennen in Abensberg und am vergangenen Wochenende jeweils ein Rennen in Durach und Altötting. Nächstes Wochenende finden Radrennen in Nürnberg und Schweinfurt statt. Gestern eben das 6. Ludwig-Thoma-Gedächtnis-Rennen der Großen Kreisstadt Dachau.
Aufgrund der relativ kurzen Rundstrecke, konnte man als Zuschauer alle zwei Minuten die führenden Fahrer und das gesamte Feld an sich vorbeiziehen sehen. Das hat schon seinen Reiz. Beim fotografieren entstand schon ein mulmiges Gefühl, wenn das Feld an mir vorbeidonnerte. Als käme mir eine Dampflock entgegen. Laut, fauchend und beeindruckend. Der Luftzug entsprechend. Gott sei dank, gab es in keinen der vier Rennen ein Sturz.
Viele Zuschauer gab es in Dachau nicht. 90 Prozent der Strecke war menschenleer. Nur an wenigen Punkten standen vereinzelte Zuschauer (und Streckenposten), lediglich im Start-Ziel-Bereich ein paar mehr. Aber selbst das waren, so denke ich, überwiegend Angehörige der Rennfahrer. Eigentlich schade. So war die Stimmung dünn und die Veranstalter blieben unter sich. Das hinderte den Sprecher nicht daran, eine echt ordentliche Leistung abzuliefern.
Wer wurde Sieger? Offen gesagt, ich habe es vergessen. Ich kenne die Radsportler nicht. In verschiedenen Runden wurden bei den Amateuren Punkte vergeben, so blieb es bis zum Schluss richtig spannend. Sieger wurde der Fahrer mit den meisten Punkten und nicht zwingend der Rennfahrer, der zuletzt als erster über die Ziellinie rauscht. Genug erzählt, alles andere berichten meine Fotos.

So manches Rennen hinterlässt seine Spuren.

Noch herrscht eine entspannte Amtmosphäre vor.

Die Rennpferde werden langsam ungeduldig.


