Wer least, braucht nicht auf einen Schlag den vollen Kaufpreis auf den Tisch des Händlers zu legen. Auch ist mancher Service inklusive. Aber all das hat seinen Preis.
Was ist Leasing?
Leasing gilt allgemein als die mittel- bis langfristige Vermietung von Wirtschaftsgütern. Leasing-Verträge kommen auf unterschiedliche Weise zu Stande. Der Kunde kann sich direkt an eine Leasing-Gesellschaft wenden, die für ihn das gewünschte Wirtschaftsgut beschafft und es ihm vermietet. Er kann sich aber auch zuerst die Ware beim Lieferanten aussuchen und sich dann erst eine Leasing-Gesellschaft suchen. Diese kauft dann die Gebrauchsgüter, die der Kunde gewählt hat, und vermietet sie an ihn weiter. Üblich sind folgende Vertragstypen: Beim Vollamortisationsvertrag werden der Anschaffungspreis und alle weiteren Kosten des Leasing-Gebers während der Grundmietzeit getilgt. Beim Teilamortisationsvertrag werden die Kosten hingegen nicht voll abgetragen; die Miete mündet in dieser Variante üblicherweise nicht in den Kauf.
Fast 90 Prozent ihrer Geschäfte tätigen die Leasing-Gesellschaften mit Unternehmen, Gewerbetreibenden oder Freiberuflern. Der Grund: Diesen bringt Leasing im Gegensatz zu Privatleuten einen Steuervorteil. Sie können die Leasing-Raten sowie die Mietsonderzahlung, die in der Regel zu Vertragsbeginn geleistet werden muss, als Betriebsausgaben absetzen. Dadurch wird die Steuerlast gesenkt. Diese Ersparnis kann die höheren Anschaffungskosten, die durch das Leasen entstehen, ausgleichen oder sogar übersteigen. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Das Kapital, das normalerweise zum Beispiel in die Anschaffung einer neuen EDV-Anlage geflossen wäre, kann in andere produktive Bereiche des Unternehmens investiert werden.
Ein praktisches Beispiel für Privat-Leasing:
Ihr Nachwuchs hat Interesse am Klavierspielen. Nun können Sie hingehen und ein Klavier kaufen, beim Musikalienhändler runde 3.000 Euro auf den Tisch des Hauses legen. Doch wie sicher können Sie sein, dass Ihr Kind längerfristig Spaß am Musikinstrument hat? Im Zweifel haben Sie also einen großen Staubfänger in der Wohnug stehen. Um diese Risiko zu minimieren könnten Sie sich mit dem Fachhändler auf einen sechsmonatigen Leasing-Vertrag mit einer monatlichen Leasing-Rate von 50 Euro einigen.
Möchten Sie das Klavier nach Ablauf des Vertrages kaufen, so könnte Ihnen der Händler drei Monatsmieten auf den Preis anrechnen. zusätzlich ließe sich vereinbaren, das Instrument auf Wunsch gegen ein anderes Modell umzutauschen. Zwar kostet Sie das Klavier nun letzten Endes 150 Euro mehr. Doch dafür haben Sie das Risiko ausgeschlossen, Tausende Euro aus dem Fenster zu werfen.
Leasing kann also unter bestimmten Umständen trotz höherer Kosten eine sinnvolle Alternative zum Kauf sein. Und leasen lässt sich mittlerweile fast alles: Bürogebäude, Lagerhallen, EDV-Anlagen, Flugzeuge, Schiffe und natürlich das Auto. Viele Leasing-Angebote sind ausschließlich auf gewerbliche Kunden zugeschnitten. Denn für Unternehmen und Freiberufler lohnt sich Leasing oft auf Grund der steuerlichen Vorteile.
Leasing für private Güter
Für den Privatkunden ist Leasing derzeit fast nur bei Autos eine Alternative zum Kauf. Jedoch kommen sie im Gegensatz zu den gewerblichen Kunden grundsätzlich nicht in den Genuss der steuerlichen Vorteile. Wer genug Bares hat, um einen Neuwagen zu bezahlen, dem bringt Leasing in der Regel keinen finanziellen Vorteil. Es läuft eigentlich immer darauf hinaus, dass der private Käufer beim Auto-Leasing wesentlich mehr bezahlen muss als beim klassischen Kauf.
Dennoch werden mehr als die Hälfte der geleasten Fahrzeuge von Privatleuten genutzt. Ein Grund sind möglicherweise die Billigtarife, mit denen manche Autohersteller in jüngster Zeit verstärkt werben. Der Wettbewerb unter den Leasing-Gesellschaften hat dazu geführt, dass sich die Kosten auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, während sich der Leistungsumfang auf einem sehr hohen Niveau bewegt.
Doch trotz gesunkener Preise raten Fachleute zur Vorsicht. Finanzielle Vorteile bringe das Leasen dem Privatmann in der Regel nicht. Für Privatleute ist Auto-Leasing eher so eine “schicke” Sache. Wer also Wert darauf legt, stets ein neues Modell mit modernster Technik zu fahren, wer Bequemlichkeit schätzt und sich das gerne ein paar Mark kosten lässt, für den kann Leasing durchaus eine Alternative sein.
Finanzierung und Service aus einer Hand
Im Service liegt auch den wahren Nutzen für den Privatmann: Das Produkt Leasing ist mit einer Dienstleistungshülle umgeben und dem Leasing-Kunden wird nach Belieben alles rund ums Auto abgenommen. Sein Wunsch-Modell wird ihm vor die Tür gestellt und nach zwei oder drei Jahren durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Der Kunde braucht sich nicht um Kauf und Verkauf zu kümmern und kann sogar Reparatur- und Reifenservice in den Vertrag einschließen.
Für Autofahrer, die auf diese Dienstleistungen keinen Wert legen und über genügend Bares verfügen, erscheint Leasing allerdings meist uninteressant. Für diesen Kundenkreis lohnt es nur dann, wenn die gesamten Leasing-Kosten niedriger sind als die Zinsen, die sie erwirtschaften können, wenn sie den Kaufbetrag anlegen. Das kommt zwar nicht häufig vor, dennoch gibt es einige wenige Angebote, die für den privaten Anleger attraktiv sein können. Dabei handelt es sich um das so genannte Null-Leasing. Davon sprechen die Anbieter, wenn die gesamten Leasing-Zahlungen dem Listenpreis des Fahrzeugs entsprechen oder sogar darunter liegen. Diese Angebote gelten allerdings immer nur für ganz bestimmte Modelle. Die Hersteller nutzen das Null-Leasing, um den Absatz spezieller Autotypen anzukurbeln.
Knackpunkt Restwert
Bei solchen Angeboten kann man durchaus noch ein Schnäppchen machen, vorausgesetzt man ist nicht darauf festgelegt, ein bestimmtes Auto zu fahren. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten. Oft handelt es sich um Modelle, die sich am Markt nicht sehr gut verkaufen. Es kann deshalb sein, dass der Restwert des Fahrzeugs sehr niedrig ausfällt.
Als Restwert wird in Leasing-Verträgen der geschätzte Verkaufspreis des Fahrzeugs bei Ende des Vertrags angesetzt. Zu diesem Betrag nimmt die Leasing-Gesellschaft das Auto zurück. Ist der Marktwert jedoch letzten Endes niedriger als kalkuliert, zahlt der Leasing-Nehmer drauf. Deshalb sind grundsätzlich Verträge mit Kilometerabrechnung ratsam. Die sind zwar teurer, würden aber weniger Risiken bergen. Fest steht: Wer leasen will, muss scharf kalkulieren.