Der globale Konflikt des 21. Jahrhunderts
Der Kampf um sauberes Trinkwasser wird die Geschichte des 21. Jahrhunderts entscheidend prägen. Bereits heute leben zwei Milliarden Menschen ohne ausreichende Trinkwasserversorgung.
Die Geschichte der Menschheit ist seit jeher von Konflikten geprägt. Dazu gehörten Glaubenskriege wie die des Mittelalter, Kämpfe um Kolonien wie im Zeitalter des Imperialismus oder heutzutage der Wettlauf um knapper werdende Ressourcen wie das Erdöl. Noch wird um das „schwarze Gold" auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene gerungen. Wie sich dieser Konflikt jedoch schnell zuspitzen kann, wenn einzelnen Ländern der Zugang zum Öl verwehrt wird, zeigen die Kriege und Auseinandersetzungen am Persischen Golf. Deshalb lässt sich schon heute mit Sicherheit sagen, dass nur neue Technologien, die eine Substitution des Erdöls versprechen, auf Dauer eine friedliche Lösung garantieren.
Wachsender Durst nach Wasser
Dieses Szenario lässt sich auf eine andere, lebenswichtige Ressource übertragen, deren wahrer Wert heute noch gar nicht überall richtig wahrgenommen wird - vor allem nicht in den Industrieländern. Die Rede ist von sauberem Trinkwasser. Man muss kein Prophet sein, um die damit verbundenen Konfliktpotenziale zu erkennen. Bereits im „Internationalen Jahr des Wassers" kam die UNO 2003 in ihrem Wasser-Entwicklungs-Bericht zu einer alarmierenden Analyse: Im letzten Jahrhundert hat sich der Bedarf an Süßwasser versechsfacht. Die Gründe für diese Nachfrageexplosion sind vielfältig. Das Bevölkerungswachstum ist zweifellos eine der stärksten Triebfedern dieser Entwicklung. Da der Wasserbedarf inzwischen aber doppelt so schnell steigt wie die Weltbevölkerung wächst, spielen auch andere Gründe eine Rolle. Nur 9% des Wasserverbrauchs gehen heute auf das Konto der privaten Haushalte. Den Löwenanteil von 71% verschlingt dagegen nach Angaben des Informationsdienstes Global Water Intelligente allein die Landwirtschaft; und die restlichen 20% werden von der Industrie beansprucht - Tendenz steigend. Dabei haben die immer intensivere Bewirtschaftung von Ackerflächen und der weltweit gestiegene Pro-Kopf-Verbrauch den ohnehin schon hohen Bedarf in den letzten zwei Jahrzehnten noch einmal nach oben schnellen lassen.
Was ebenfalls nur zu gerne vergessen wird: Die Ressource Wasser ist endlich. Der wachsenden Nachfrage steht ein nur relativ geringes Reservoir an direkt zugänglichem Trinkwasser gegenüber. Zwar ist die Erde zu 70% mit Wasser bedeckt, jedoch sind 97,5% davon Salzwasser. Von den restlichen 2,5% Süßwasser sind wiederum zwei Drittel an den Polkappen oder im Erdboden gebunden. Somit stehen rechnerisch weniger als 1% des weltweiten Wasservolumens als Trinkwasserquelle zur Verfügung. Verschlimmert wird die Situation durch die Verschmutzung des Grundwassers und der Flüsse durch Gifte und Industrieabfälle. So wird das Wasser jährlich mit mutmaßlich 300 bis 500 Millionen Tonnen Schwermetallen, Giften und anderen Schadstoffen belastet. Die globale Erwärmung tut ein Übriges. Laut UNO-Angaben gehen Jahr für Jahr durch Wüstenbildung 10 Millionen Hektar Land verloren - das ist mehr als die Fläche der fünf neuen Bundesländer zusammen. Gerade im Nahen Osten und in Afrika wachsen die Wüsten bedrohlich. Ein stetig steigender Bedarf trifft somit auf ein stagnierendes bis rückläufiges Angebot.
Die negativen Folgen sind schon heute zu spüren. So leben nach neuesten UN-Studien zwei Milliarden Menschen ohne ausreichende Wasserversorgung. Fünf Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen von Wassermangel und Wasserverschmutzung. In Afrika führt die Wüstenbildung und der damit verbundene Wassermangel bereits zu Flüchtlingsbewegungen und politischer Destabilisierung. Neben Afrika ist vor allem der Nahe Osten betroffen, wo Wasser nach Meinung vieler Orientexperten zum wertvollsten Wirtschaftsgut aufsteigen wird. Bereits jetzt blüht dort ein schwungvoller Handel mit dem kostbaren Nass.
Süßwasser kann nur durch Regen neu entstehen. Die jährliche Niederschlagsrnenge beträgt weltweit 34.000 Kubikkilometer oder 0,007% des globalen Wasserkreislaufs. Davon wiederum ist nur jener Teil nutzbar, der über den Kontinenten fällt. Da aber heute viel mehr Wasser entnommen wird, als sich durch Niederschläge neu sammeln kann, sinkt vielerorts der Grundwasserspiegel rapide. In Saudi-Arabien beispielsweise werden pro Kopf und Jahr 1.056 cbm Grundwasser entnommen, während sich nur 110,6 cbm - also kaum mehr als ein Zehntel - neu bilden. Ähnlich dramatisch sieht es in Libyen (870 cbm zu 108,5 cbm) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (896 cbm zu 55,5 cbm) aus.
Zahlreiche Länder des Nahen Ostens sind daher schon heute massiv von Landwirtschaftsimporten abhängig: So kauft Saudi-Arabien die Hälfte, Israel 87% und Jordanien sogar 91% des Getreides im Ausland ein. Allerdings sind nicht nur Afrika und der Nahe Osten von der Wasserproblematik betroffen. Auch China, wo gut 20% der Weltbevölkerung lediglich 6% der Wasserressourcen zur Verfügung stehen, muss sich bald der Herausforderung stellen. Zumal sich 80% der chinesischen Wasserressourcen rund um den Jangtse im Süden des Landes befinden, der größere Teil der Bevölkerung aber im Norden Chinas lebt. Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die boomende Wirtschaft ist von der ansteigenden Wasserknappheit betroffen: Fachleute schätzen, dass der Wassermangel die chinesische Wirtschaft jährlich knapp 25 Milliarden Dollar kostet.
Der Wassermangel wirkt sich auch direkt auf den steigenden Bedarf an abgefülltem Wasser aus. Während man bei uns zwischen Leitungs- und Mineralwasser wählen kann, sind Wasserflaschen in vielen Entwicklungsländern oft die einzige Quelle - trotz teilweise horrender Preise. In vielen Ländern hat eine langfristige Misswirtschaft im Wassersektor dazu geführt, dass auch in weniger akut bedrohten Regionen nicht genügend sauberes Wasser für die Bevölkerung zur Verfügung steht. So können in den wohlhabenden Gegenden von Mexico City die Bewohner nahezu kostenlos ihren Garten bewässern, während den Stadtwerken das Geld fehlt, um Wasserleitungen in die ärmeren Vorstädte zu legen. Sollten die beschriebenen Probleme nicht in absehbarer Zeit gelöst werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich daraus handfeste Konflikte entwickeln. Noch verlaufen die Konfliktlinien, wie in Mexico City, in einer begrenzten Region und nicht zwischen zwei Staaten. Da viele Wasserreservate allerdings keine Rücksicht auf politische Staatsgrenzen nehmen, sind auch bewaffnete zwischenstaatliche Konflikte nicht länger auszuschließen. Ernsthafte Auseinandersetzungen gab es beispielsweise schon zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak um das Wasser des Euphrats. Durch den Bau großer Stauseen in Südanatolien kommt nur noch ein kleiner Teil des benötigten Wassers in Syrien und im Irak an. Ganz ähnliche Auseinandersetzungen gab es um das Wasser des Jordans. Auch Ägyptens Landwirtschaft am Nil und das hohe Bevölkerungswachstum in Äthiopien (Einzugsgebiet des Nils) sind kaum zu vereinbaren.
Die Gewinner der Wasserkrise
Um die Wasserprobleme in Entwicklungsländern und im Nahen Osten langfristig und vernünftig zu lösen, geht die Weltbank von einem jährlichen Investitionsbedarf von 60 Milliarden Dollar aus. Diese Summe lässt sich bei weitem nicht durch Entwicklungshilfe oder die öffentlichen Haushalte der betroffenen Länder aufbringen. Und auch die Privatwirtschaft scheidet in vielen Fällen als Kapitalgeber aus, da die Ertragsaussichten in den Entwicklungsländern zu ungewiss sind. Mit traditionellen Technologien und Konzepten ist der weltweiten Wasserproblematik offensichtlich nicht beizukommen. Wie schon beim Erdöl müssen auch in Bezug auf das Trinkwasser neuartige und vor allem nachhaltige Konzepte und Technologien entwickelt werden. Vor diesem Hintergrund können Unternehmen, die bereits heute über kostengünstige und nachhaltige Alternativ-Technologien verfügen, zu den großen Gewinnern des noch jungen 21. Jahrhunderts gerechnet werden.
Ist Wasser ein Grundrecht - oder eine Ware wie jede andere?
Der Streit ums Wasser ist bereits voll entbrannt - zwischen den Vereinten Nationen und Umweltschützern auf der einen und dem Internationalen Währungsfonds und vielen Ökonomen auf der anderen Seite. Während die UNO den freien Zugang als Menschenrecht ausgerufen hat, verlangt die Wirtschaft, dass Wasser einen Preis bekommt. Ihr Argument: "Was nichts kostet, ist nichts wert" - und wird deshalb verschwendet. Da mit dieser Diskussion den wirklich Bedürftigen nicht geholfen ist, sind jetzt neue Technologien der Wassergewinnung (z.B. Aquamission) gefragt.
Araber schütten ihr Öl in den Golf
Das haben sich die Milchbauern wirklich clever abgeschaut: Um einen höheren Milchpreis zu erzwingen, gossen dieser Tage viele Bauern solidarisch ihre frische Milch in die "Gosse". Nun steigt der Milchpreis und alle sind zufrieden. Sogar wir Milchtrinker finden das in Ordnung. Araber und Russen arbeiten schon über viele Monate hinweg mit dieser Masche aus der kapitalistischen Trickkiste: Sie halten den Rohstoff knapp.
Es ist noch nicht so lange her, da habe ich an anderer Stelle einen Ölpreis von 200 US$ je Fass prognostiziert. Schöne Scheiße: Am Freitag hat in New York der Preis für ein Barrel Rohöl erstmals die Marke von 139 US$ durchbrochen (139,15 US$ für die Sorte West Texas Intermediate). Alleine am vergangenen Donnerstag und Freitag schnellte der Ölpreis um 16 US$ in die Höhe. Die Begründungen sind immer die gleichen: Ein schwacher US-Dollar (Zinserhöhung im Euro-Raum) oder das Säbelrasseln im Nahen Osten (Israel und Iran). Ich muss kein Hellseher sein, um einen Preis von über 150 US$ bis Ende Juli zu befürchten. Die Öl-Nachfrage aus China und Indien bleibt ungebrochen und die Ölproduzenten können und wollen ihre Fördermengen nicht erhöhen. Am Golf und in Russland reibt man sich die Hände: Bis zum Jahresende steht der Preis von 200 US$ je Barrel!
Nun wird der Gaspreis explosionsartig nachziehen! Schließlich ist der Gaspreis sinnigerweise am Preisverlauf für Erdöl gekoppelt. Satte Preiserhöhungen von locker 40 bis 50 Prozent flattern den Endverbrauchern bis zum Jahresende ins Haus. Gnadenlos. Aber nur keine Sorge, unser Wirtschaftsminister wird den Preisanstieg ganz sicher durch die Kartellbehördern prüfen lassen. Cent für Cent. Nun ja, genauso gnadenlos und noch weitaus ratloser reagieren eben unsere Politiker. In den Medien wird ganz einfach die übliche Rhetorik abgespielt: Neue technische Entwicklungen vorantreiben und große Konferenzen einberufen. Mein Gott, fehlen in Berlin schon mal die Rezepte für eine vernünftige Gesundheitspolitik, so steht unser Regierung den explodierenden Energiepreisen vollkommen machtlos gegenüber.
So viele Windmühlen kann man in Deutschland nicht aufstellen, um eine Wende im Energiemix zu erreichen. Dabei werden alternative Energien mit massiven Mitteln subventioniert und ganz simpel über den Strompreis an uns Verbraucher weitergereicht. Ich persönlich halte die Windkraft und Solarenergie für extrem teure Spielerei. Selbstverständlich, besser als nichts zu machen ist das allemal und schließlich hat die "neue" Branche auch ein paar Tausend Arbeitsplätze hervorgebracht. Bei allem Wohlwollen für alternative Energie: Was passiert eigentlich, wenn in Deutschland nach und nach die Atomkraftwerke abgeschaltet werden? Nun bin ich echt kein Verfechter der Atomkraft (Tschernobyl lässt grüßen), nur wo findet dann die Kompensation für die ausfallende Grundlast statt? Gigantische Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke?
Den Preisanstieg für ein knappes Gut können wir nicht aufhalten und so ergibt sich aus meiner Sicht nur ein einziger Ausweg: Der effiziente Umgang mit Energie. So zum Beispiel die lokale Kraft-Wärme-Kopplung als Alternative zu zentralen Großkraftwerken. Logisch, dass sich die hiesigen Energiekonzerne dagegen sperren. Mehr noch, diese Forderung bleibt ein Wunschtraum, solange ehemaliger Politiker eine zweite Karriere in der Energiewirtschaft starten. Verbrauchsoptimierte Fahrzeuge, effiziente Maschinen und Geräte. Eine umfassende Gebäudesanierung. Nur, um das alles zu fördern wäre wiederum ein radikales Umdenken in unserer Steuerpolitik notwendig, die nächste Unmöglichkeit in der Politik. Ein 300 PS Geschäftsauto spart nun mal wesentlich mehr Steuern als ein "vernünftiges" Fortbewegungsmittel. Gewollte und tiefgreifende Abschreibungsmöglichkeiten könnten einen echten Boom in der Gebäudesanierung und damit in der Bauwirtschaft auslösen.
Die Politik ist ohne Lösungen und gaukelt uns Visionen vor. Das wird unsere Gesellschaft zunehmend radikalisieren. Steigende Preise für Energie und Lebensmittel sorgen in der Bevölkerung schon heute für Unmut und treiben Bauernfänger wie „Gregor“ und „Oskar“ von der SED (alias PDS, alias Die Linke) in unsere Parlamente. Armes, armes Deutschland! Hoffentlich werden wir zumindest Fußballmeister in der EM 2008. Obwohl: Als könnten wir uns davon etwas kaufen.
