Die weltweite Krise hat Russlands Milliardäre ordentlich durcheinandergewirbelt. Reichster Russe ist diesmal der Oligarch, der am wenigsten in den Wirren der Krise verloren hat: Das ist laut Wirtschaftsmagazin “Finans” nun Michail Prochorow. Sein Vermögen wird mit 14,1 Milliarden US-Dollar taxiert. Damit verdrängt Prochorow den Spitzenreiter der letzten beiden Jahre, Oleg Deripaska, von der Spitzenposition.
Sein Erfolgsgeheimnis? Prochorow ist rechtzeitig bei Norilsk Nickel ausgestiegen. Noch vor Ausbruch der Krise verkaufte er seine Anteile an Oleg Deripaska. Nicht ganz freiwillig und gut möglich das der Kreml Druck ausgeübt hat. Klar ist jedenfalls: Prochorow hatte nach einer unrühmlichen Affäre in Frankreich ein Image-Problem. Er wurde von der Polizei in Begleitung junger Damen als vermeintlicher Zuhälter festgenommen.
Daraufhin kam es zum Streit mit seinem langjährigen Geschäftspartner Wladimir Potanin und Prochorow musste schließlich verkaufen. Pontanin war zwischen 1996 und 1997 Vize-Premier der russischen Regierung. Für einen vergleichsweise niedrigen Kredit von 171 Millionen US$, hatte er als Pfand 38 Prozent am Metallkombinat Norilsk Nickel erhalten. Der Staat zahlte den Kredit nicht zurück und Potanin erhielt, praktisch zum Spottpreis, das verpfändete Aktienpaket.
Sicherlich sind solche Rankings nicht besonders seriös. Die Methodik ist ungenau und oft wird ein Teil des Vermögens, welcher nicht an der Börse gelistet ist, nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Das Michail Prochorow allerdings ein Gewinner der Krise ist, dürfte unbestritten sein. Deripaska, der die Anteile von Prochorow übernommen hat, ist seinerseits nun hoch verschuldet.