Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

27Jun/090

Augen auf beim Immobilienkauf

Aufgrund rasant steigender Staatsdefizite und einer mehr als großzügigen Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sind Sorgen vor einer langfristig steigenden Inflation durchaus berechtigt. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Öffentliche Defizite in Verbindung mit sehr niedrigen Leitzinsen waren häufig ein Vorbote steigender Inflationsraten. Hinzu kommt, dass einige große Notenbanken auch Anleihen aufkaufen und somit die umlaufende Geldmenge weiter erhöhen.

Nicht wenige Anleger suchen aufgrund der Inflationsrisiken nun Schutz in Wohnimmobilien. Keine ganz schlechte Wahl: Bei deutschen Wohnimmobilien resultiert der Gesamtertrag fast ausschließlich aus den Mieten. Sie steigen statistisch etwa gleich schnell wie die Inflation. Die Wertentwicklung von Wohnimmobilien spielt hierzulande für die Rendite nur eine untergeordnete Rolle. In der Regel lag der Immobilien-Ertrag also mehrere Prozentpunkte über der Inflationsrate.

Anlagen in deutsche Wohnimmobilien bieten auf lange Sicht einen guten Schutz vor Inflation. Allerdings lässt sich diese Aussage nicht ungeprüft auf ein einzelnes Objekt übertragen. Bekanntermaßen spielt für die Ertragsaussichten einer Immobilie vor allem die Lage eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt: Die Entwicklung der Mieten und Immobilienpreise unterscheidet sich in den einzelnen Regionen Deutschlands ganz erheblich voneinander.

veröffentlicht unter: Immobilien keine Kommentare
26Jun/090

Feindliche Übernahme der SPD

Die Gerüchteküche brodelt schon länger und spätestens seit der Europawahl gibt es praktisch kein Halten mehr: Kaufhof schluckt die Überreste von Karstadt. Äh, nee wa, war jetzt echt die falsche Info. Sorry Leute! Vielmehr geht es darum: Aus gut unterrichteten Kreisen wird kolpotiert, das morgen Früh die unumstrittene Vorstandsvorsitzende der CDU, Frau Dr. Angela Merkel, die Übernahme der schwer angeschlagenen SPD ankündigen wird. Dafür spricht auch eine eilig anberaumte Pressekonferenz am Berliner Spreebogen. Offenbar wurde schon seit Monaten im außerbörslichen Handel Stimmrecht für Stimmrecht eingesammelt. Die Vermutung liegt nahe, das sich der christlich-soziale Konzern bereits eine strategische Mehrheit an Stimmen gesichert hat. Eine konkrete Stellungnahme aus dem Vorstand ist derzeit nicht zu erhalten. Lediglich im Dunstkreis der CSU, ein 100prozentiges Tochterunternehmen der CDU mit Sitz in München, spricht man hinter vorgehaltener Hand von außerordentlichen Synergieeffekten.

veröffentlicht unter: Politik keine Kommentare
25Jun/090

Ersaufen im Geld

Die Europäische Zentralbank flutet den Finanzmarkt weiterhin mit Geld: Zum ersten mal in der Geschichte dürfen sich private Bankhäuser und Sparkassen bei der Notenbank für ein ganzes Jahr unbegrenzt Geld ausleihen, zum sagenhaften Zinssatz von nur noch einen Prozent! In Folge verteilte die EZB gestern rund 442 Milliarden Euro an über 1100 Banken in der Eurozone.

Inzwischen ersaufen die Banken im angehäuften Geld. An der Liquidität kann es also wirklich nicht liegen das Kredite, insbesondere an Kleinunternehmen, nur übervorsichtig oder gar nicht ausgegeben werden. Ebensowenig nachvollziehbar ist, warum die privaten Kunden nach wie vor für ihre Schulden hohe Zinsen berappen müssen. Die von der EZB erwünschte Entlastung erreichen weder die Kleinunternehmer noch den den privaten Verbraucher. Gewinner? Die Banken!

Neben den Banken gibt es noch einen Gewinner der aktuellen Geldpolitik: Schließlich nützt die hohe Liquidität und der niedrige Zins vor allem dem größten Schuldenmacher überhaupt: Der Bundesregierung! Alleine die Neuverschuldung im kommenden Jahr dürfte bei mindestens 70 Milliarden Euro liegen. Risiken aus Bürgschaften (z.B. Hypo Real Estate) sind in der veranschlagten Summe nicht enthalten. Die Neuverschuldung in 2011 und 2012 dürfte ähnlich hoch ausfallen.

Mit der Bankenkrise hat sich nichts verändert. Der Hochmut in den Geldhäusern ist geblieben und wird aus ganz praktischen Gründen weiter untermauert. Gleichzeitig geblieben ist die naive Gutgläubigkeit der Privatkunden. Sie lassen sich – Guthaben selbstverständlich vorausgesetzt - in der Mehrheit mit minderwertigen Bankprodukten und dümmlicher Anlageberatung abspeisen.

Ausgesprochen arm dran sind Kunden mit notorischer Schuldenlast, ich spreche dabei weniger von den Hypothekenfinanzierungen, als vielmehr von Belastungen aus Konsum- und Dispokrediten. In dieser Sparte machen die Banken durch hohen Zins und Kombigeschäfte den maximalen Profit. Nur das Investment-Banking verspricht eine höhere Marge. Aber: Gnade ihm Gott, wenn ein Privatkunde seine Bankschulden aufgrund der Wirtschaftskrise nicht mehr bedienen kann. Da reicht schon mal die Kurzarbeit aus, um einen laufenden Kredit zum platzen zu bringen. Staatshilfen wird so ein Schuldner nicht in Anspruch nehmen können.

Um auf den Ursprung meiner Überlegung zu kommen: Was war noch mal in den USA der Auslöser für die globale Finanzkrise? Ach ja, die amerikanische Notenbank hat nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York die Zinsen dratisch gesenkt und jede Menge Geld in die Wirtschaft gepumpt, gepumpt und gepumpt. Na super! Und schon rollt die nächste Krise in Form einer massiven Geldentwertung auf uns zu.

veröffentlicht unter: Wirtschaftskrise keine Kommentare