Eigentlich redet hierzulande kaum ein Mensch mehr über sie: Sarah Palin. Doch die Gouverneurin von Alaska hat sich wieder zurück in die Schlagzeilen gebracht: Mitten in ihrer ersten Amtszeit als Gouverneurin verkündete die 45jährige Sarah Palin im Garten ihres Hauses aus heiterem Himmel ihren vorzeitigen Abschied vom Amt. Damit überrascht Palin am amerikanischen Nationalfeiertag nicht nur ganz Amerika, selbst enge Parteifreunde zeigten sich über den Rücktritt verwirrt. Die fünffache Mutter bereite ihre Präsidentschaftskandidatur 2012 vor, war prompt die heißeste Spekulation.
Der “Pitbull mit Lippenstift” überzeugte rhetorisch das konservative Amerika mit ideologischen Versatzstücken aus “Patriotismus”, “Freiheit” oder “Nation”, mit ihrem entschiedenen Engagement gegen Abtreibung und mit ihrer Mitgliedschaft in der National Rifle Association. Als passionierte Elchjägerin muss sie jedenfalls nicht zum Jagen getragen werden. Und als republikanische Stimmungskanone hat sie bislang schon so manch einen Treffer gelandet. Nicht selten auch zum Vergnügen ihrer Gegner.
Im US-Magazin “Vanity Fair” hat man vor ein paar Tagen noch einmal nachlesen können, was die eigenen Leute von ihr denken. “Unfähig und bekloppt, launisch und unzuverlässig” sei sie, eine “Diva”, zitierte das Heft Stimmen aus dem innersten McCain-Zirkel. Doch populäre Persönlichkeiten sind an der Spitze der Republikaner dünn gesät und an der republikanischen Basis ist Palin, gerade wegen ihrer volkstümlichen Art, sehr beliebt. Vielleicht geht die Rechnung der „Gabriele Pauli“ aus Alaska irgendwann auf.