50 Prozent Rabatt
Heute hatte ich ein Telefongespräch. Ein Anlageberater bot mir über das Telefon einen geschlossenen Fond an. Immobilien in Indien. Ich lehnte dankend ab, würde ich mein Kapital doch viel lieber in Aktien stecken wollen. Daraufhin antwortet mein Gesprächspartner: „Ich habe meine Kunden schon bei 7000 DAX-Punkten gewarnt, aus Aktien auszusteigen.“ Was für ein Prophet, denke ich und beendete kurzerhand das Telefongespräch. In diesen Tagen sind wieder einmal jede Menge Besserwisser unterwegs.
Heute sackte der DAX auf unter 5.000 Punkte. Vermutlich wird der deutsche Leitindex in Kürze noch ein paar weitere Punkte an Boden verlieren. Die Anleger sind hypernervös und verhalten sich wie ein Herde aufgescheuchter Rindviecher. Dabei ist es nicht erforderlich ein Prophet zu sein: In zwei oder drei Jahren wird es andere Aktienkurse geben. Im Moment gibt es eine Deutsche Bank mit 50% Rabatt. Auch andere Titel gibt es mit 20% oder 30% Rabatt.
Ja, ich höre die Skeptiker: In so unsicheren Zeiten wie diesen kann man doch keine Aktien kaufen! Doch man kann. Mutige und langfristig orientierte Anleger kaufen Aktien auch in stürmischen Börsenzeiten. Hier ein schönes Beispiel für kühl und überlegt rechnende Investoren:
Wolfgang Mayrhuber, von 2003 bis 2010 Chef der Lufthansa AG, kaufte vor gut vier Wochen 900 Stück Aktien zu 88,21 Euro der Münchner Rückversicherung. Ich sauge mir das nicht aus den Fingern. Dieser Deal wurde (nach §15a WpHG) veröffentlicht, denn Wolfgang Mayrhuber sitzt im Aufsichtsrat der Münchner Rück.
Letzte Woche veröffentlicht der Vorstand der Münchner Rück, die People's Bank of China hat Anfang August die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten. China hat seine Beteiligung an der Münchner Rück auf 5.450.911 Stimmrechte (oder 3,04%) ausgebaut. Auch dies ist gemäß § 21 Abs. 1 WpHG eine zu veröffentlichende Ad-hoc-Meldung.
Aktuell notiert der Börsenkurs der Münchner Rück um die 80 Euro je Aktie. Ein Rabatt von 30 bis 40 Prozent, je nach Auslegung der Bewertung. Aktuell liegt Herr Mayrhuber mit dem veröffentlichten Engagement nicht gerade im Plus, aber abgerechnet wird nicht heute. Abgerechnet wird in ein oder zwei Jahren. Und nicht zuletzt: Die Münchner Rück bezahlt eine Dividende von deutlich über 4 Prozent. Also fast das doppelte, was Bundesanleihen derzeit hergeben würden.
9/11
Zehn Jahre nach dem vernichtenden Anschlag auf das World Trade Center in New York, findet das Ereignis erneut großen Widerhall in allen Medien. Für die westliche Wertegemeinschaft ist der 09.11.2001 ein Tag, der sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat.
Ich persönlich erfuhr erstmals vom Anschlag im Auto, damals stand ich am Grenzübergang zwischen Tschechien und Deutschland. Die anschließende zweistündige Fahrt in Richtung München hatte etwas unwirkliches. Die Welt hat sich nach dem perfiden Terroranschlag nachhaltig verändert. Nicht zum Guten.
Zinserträge
Seit Wochen ist die Börse auf Talfahrt und Anleger parken ihr Geld in sichere Bundesanleihen. Gerade in unsicheren Zeiten legen die Sparer mehr Wert auf Sicherheit als auf Rendite. Doch inzwischen liegt die Rendite (1,8 Prozent) für Bundesanleihen unterhalb der Inflationsrate von 2,3 Prozent.
Papiere anderer staatlicher Emittenten sind etwas lukrativer, selbst auf dem Tagesgeldkonto bekommen Anleger mehr Zinsen gutgeschrieben, als beim Bund. Banken mit deutscher Einlagensicherung bieten dabei ebenfalls hohe Sicherheit. Wer allerdings etwas Risiko eingehen kann, der kauft Unternehmensanleihen.
Trotz Börsenturbulenzen blieben die Unternehmensanleihen stabil. Gerade deutsche Unternehmen erwirtschaften gute Gewinne und sind hervorragend durchfinanziert. Auch hier sind die Renditen (netto um die 3 Prozent) nicht üppig, zumindest aber lässt sich die Inflation kompensieren.
Solide Unternehmensanleihen:
Anleihe ISIN XS0653885961 BMW
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISN XS0606202454 Südzucker
Rendite 3,2 Prozent
Anleihe ISIN DE000A1C9VQ4 Daimler
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISIN DE000A0T5X07 Deutsche Telekom
Rendite 3,2 Prozent
Anleihe ISIN XS0429612566 MAN
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISIN XS0603643890 GfK
Rendite 4,1 Prozent
Anleihe ISIN XS0214238239 ThyssenKrupp
Rendite 3,4 Prozent
Anleihe ISIN XS0452802175 Lanxess
Rendite 3,7 Prozent
Anleihe ISIN DE000A1E8V89 SIXT
Rendite 4,1 Prozent
Apple vs. Google
Zwei Giganten kommen sich in Sachen Smartphone in die Quere. Das Duell lautet iPhone gegen Android. Nokia hat seine Marktführerschaft bereits verloren. Ob Windows die Finnen noch einmal so richtig nach vorne katapultiert? Eher wohl nicht. Bleibt also die Frage, wer wird den Multi-Milliardenmarkt mit den mobilen Geräten künftig dominieren? Apple oder Google?
Im Herbst bringt Innovationsführer Apple das iPhone 5 auf den Markt. Die Marke ist Kult und ein erneuter Erfolg für das iPhone steht außer Zweifel. Doch in technischer Hinsicht hat Google & Co. gleichwertiges anzubieten: Kein anderes Unternehmen verknüpft so geschickt alle Bereiche, wie Internet, Netzwerke, Hard- und Software. In dieser Hinsicht ist Google fast unschlagbar.
HTC, LG, Motorola oder Samsung – alle namhaften Hersteller setzten auf das Google-Betriebssystem Android. Nicht genug: Jüngst wurde die Mobil-Sparte von Motorola durch Google übernommen. Damit sichert sich Google unzählige wichtige Patente für das Mobile-Geschäft. Im schnelllebigen Internetzeitalter gibt es keine Marktgarantie mehr. Das Duell bleibt also spannend.
Goldreserven
Die Bundesrepublik Deutschland besitzt derzeit 3.401 Tonnen Gold. Diese Goldreserve hat aktuell einen theoretischen Marktwert von über 147 Milliarden Euro. Das sind immerhin rund 1.800 Euro Goldreserve - je Bundesbürger.
Die USA halten mit 8.133 Tonnen die größten Goldreserven der Welt. Deutschland belegt den zweiten Platz (3.401 Tonnen), gefolgt vom IWF (2.814 Tonnen), Italien (2.452 Tonnen) und Frankreich (2.435 Tonnen). Danach folgen China (1.054 Tonnen), die Schweiz (1.040 Tonnen) und Russland (825 Tonnen). Indien belegt mit 558 Tonnen den elften Rang.
Indiens Zentralbank besitzt 558 Tonnen an Goldreserven. Doch die größten Goldbestände befinden sich in privaten Händen. Geschätzte 20.000 Tonnen Gold hat Indiens Bevölkerung inzwischen angesammelt. Theoretischer Kurswert: Über 1.200 Milliarden US-Dollar.
Die weltweit in Banken gelagerten Goldreserven belaufen sich auf etwa 30.000 Tonnen. Die gesamte, jemals geförderte Goldmenge wurde Ende 2009 auf etwa 165.000 Tonnen geschätzt. 70% des weltweiten Goldes werden durch Juweliere verarbeitet. 11% des Goldes landet in der Industrie (Elektronik, Zahngold). Der Rest wird von Banken und Anlegern in Form von Goldmünzen und Goldbarren für monetäre Zwecke gehalten.
Zahlenspiele rund ums Automobil
Fakten, Fakten, Fakten:
2006 wurden weltweit 69,222 Millionen Fahrzeuge produziert
2007 wurden weltweit 73,266 Millionen Fahrzeuge produziert
2008 wurden weltweit 70.520 Millionen Fahrzeuge produziert
Im Jahre 2009 wurden weltweit 61,703 Millionen PKW, LKW und Busse produziert. Die Hersteller befanden sich zu dieser Zeit mitten in der Weltwirtschaftskrise. Doch bereits im letzten Jahr stieg die globale Fahrzeug-Produktion um über 25% auf sage und schreibe 77,609 Millionen Fahrzeuge an.
Die wichtigsten Hersteller kommen aus China (18,264 Mio. Fahrzeuge), Japan (9,625 Mio. Fahrzeuge), den USA (7,761 Mio. Fahrzeuge), Deutschland (5,905 Mio. Fahrzeuge) und Korea (4,271 Mio. Fahrzeuge). Alleine diese fünf Staaten hatten 2010 einen Anteil von 59,1 Prozent an der globalen Produktion.
Toyota war 2009 der weltweit größte Automobilkonzern (7,2 Mio. Fahrzeuge), gefolgt von General Motors (6,5 Mio. Fahrzeuge) und Volkswagen (6,1 Mio. Fahrzeuge). Platz vier und fünf belegten Ford (4,7 Mio. Fahrzeuge) und Hyundai (4,6 Mio. Fahrzeuge). Wird Renault-Nissan als ein Unternehmen gesehen, dann lag dieser Konzern mit 5 Mio. Fahrzeugen auf den vierten Platz.
Die größte Fahrzeug-Export-Nation im Jahre 2009 war Frankreich (3,883 Mio. Fahrzeuge), gefolgt von Japan (3,616), Deutschland (3,583) und Südkorea (2,148). Die USA erreichten lediglich Platz 7 mit 1,106 Mio. Fahrzeugen und China (Rang 17) exportierte gerade einmal 0,362 Mio. Fahrzeuge.
Im Jahre 2009 waren weltweit rund 965,25 Millionen Fahrzeuge zugelassen (lt. WardsAuto). Zehn Jahre zuvor waren es "nur" 696,36 Millionen Fahrzeuge. Und zwanzig Jahre zuvor 556,93 Millionen Fahrzeuge. Für 2015 schätzt man den Bestand auf 1,124 Milliarden Fahrzeuge, davon ein Drittel in Amerika zugelassen, ein Drittel in Europa und ein Viertel in Asien, 9% in den übrigen Regionen der Erde.
Nach wie vor sind die Vereinigten Staaten das Land mit den meisten zugelassenen Fahrzeugen. Im Jahre 2009 waren 248,45 Millionen Fahrzeuge registriert. Platz 2 belegt Japan mit 73,80 Millionen Zulassungen und Platz 3 China mit 61,17 Millionen Fahrzeugen. Dann erst folgt Deutschland mit 44,63 Millionen und Italien mit 41,32 Millionen zugelassenen Fahrzeugen.
