Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

4Jan/070

Börsengebote

1. Der Experte in eigener Sache

Wer nicht selber das nötige persönliche Basiswissen über die Börse besitzt, muß alles glauben, was ihm Dritte sagen. Ein jeder Investor sollte sich als Ziel setzen, sein Wissen mit der Zeit dahingehend auszubauen, um als Experte in eigener Sache richtige Anlageentscheidungen treffen zu können. Arbeiten Sie daran, Sachverhalte richtig zu analysieren, um unabhängig von den oft selbst ernannten Börsenpropheten zu sein.

2. Ein breit gestreutes Depot

Handeln Sie wie die Börsenprofis und vermeiden Sie durch ein breit gestreutes Aktienportefeuille Ihr Verlustrisiko. Achten Sie darauf, dass nicht nur ein erstklassiger Aktienwert oder eine erstklassige Anleihe in Ihrem Depot liegt, sondern mehrere Werte verschiedener Länder und Branchen.

3. Die richtige Entscheidung

Warten Sie auf den richtigen Zeitpunkt, und kaufen Sie nicht, wenn Ihnen gerade liquide Mittel zur Verfügung stehen. Planen Sie langfristig und laufen Sie nicht den Trends hinterher, die gerade in Mode sind. Häufig endet dies dann so, dass man zu spät auf den im Volldampf fahrenden Zug aufgesprungen ist. Oft lohnt es auch antizyklisch zu handeln, das heißt die Aktienwerte zu kaufen, deren grundsätzliche Unternehmensstory stimmt, aber die sich momentan nicht Lieblinge der Börsianer nennen dürfen.

4. Setzen Sie Stopp- Kurse

Vor jedem Aktienengagement sollten Sie sich überlegen, wie viel Prozent Verlust für Sie akzeptabel sind. Denken Sie daran: Die ersten Verluste sind die geringsten! Setzen Sie sich einen Stopp-Kurs, zu dem Sie die Aktie verkaufen wollen, sobald ihr Wert unter diesen gesetzten Kurs fällt. Den meisten Anlegern fällt es schwer, sich an diese Grundregel zu halten, da es sich nicht mehr um einen theoretischen sondern um einen realisierten Verlust handelt. Ein bewährter Trick bei der Risikominimierung ist, zunächst zehn Prozent Ihres Anlagekapitals in einen Einzelwert zu investieren. Setzen Sie dann einen Stopp- Kurs, der zehn Prozent unter dem Einstandspreis des Aktienwertes liegt. Sollte der Stopp- Kurs erreicht werden, verlieren Sie dann nur maximal ein Prozent Ihres Anlagekapitals.

5. Üben Sie Geduld

Sollten Sie Ihre Anlageentscheidung aufgrund von fundamentalen Kriterien wie z.B. Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der Leitzinsentwicklung getroffen haben, zahlt sich meist die Geduld aus. Denn wie Börsenaltmeister Andre Kostolany schon sagte, gilt an der Börse die Formel: 2 + 2 = 5 – 1. Diese Formel besagt, dass der Investor der Börsenentwicklung oftmals einen Schritt voraus ist, und die faire Bewertung sich noch nicht im Kurs der Aktie widerspiegelt. Solange die fundamentalen Kriterien nach wie vor für die Aktie sprechen und der Stopp- Kurs nicht unterschritten wird, lehnen Sie sich geduldig zurück, bis sich Ihre Prognose in bare Münze auszahlt.

6. Behalten Sie die Kontrolle über Ihr Depot

Achten Sie darauf, dass Ihr Depot stets übersichtlich ist. Grundsätzlich sollte der Depotbestand eines Privatanlegers nicht mehr, als zehn verschiedene Einzelwerte enthalten - es sei denn, es steht ausreichend Zeit zur Verfügung, sich intensiv um das Börsengeschehen zu kümmern. Setzen Sie sich immer wieder mit den Einzelwerten ihres Depots auseinander und prüfen Sie, ob die Aktien zu den aktuellen Kursen weiterhin kaufenswert sind. Werte, welche der erneuten Überprüfung nicht standhalten, müssen konsequent - sei es auch mit Verlust - verkauft werden.

7. Lassen Sie Ihre Gewinne laufen

Viele Anleger neigen dazu, bereits geringe Kursgewinne von nur 5 bis 10 Prozent zu realisieren. Aber wegen einer solch geringen Gewinnspanne braucht man als Anleger nicht die Risiken eines Aktienengagements in Kauf zu nehmen. Lassen Sie Ihre Gewinne laufen, denn die Börse honoriert Kursentwicklungen, sowohl nach oben als auch nach unten stärker, als es von den fundamentalen Daten zu erwarten wäre

8. Der Steuervorteil

Kursgewinne, die nach einem Jahr und einem Tag erzielt werden, sind steuerfrei. Es lohnt sich also, Aktienwerte erst nach Ablauf der Spekulationsfrist zu verkaufen, um den Staat nicht mit 30 Prozent an Ihren Gewinnen teilhaben zu lassen.

9. Seien Sie ständig informiert

Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, müssen Sie stets mit den neusten Informationen Ihrer im Depot befindlichen Aktiengesellschaften vertraut sein. Deshalb sollten kleine Unternehmen, über die man nur schwer an Informationen gelangt, grundsätzlich nicht als ein Investment in Frage kommen. Viele Anleger haben mit solchen Aktien, in der Hoffnung den schnellen Euro zu machen, schon sehr viel Geld verloren.

10. Lernen Sie aus Ihren Fehlern

Sie können ihr Börsenwissen mit noch soviel Theorie anreichern, doch der beste Lehrmeister ist immer noch die persönliche Erfahrung, die Sie in der Praxis sammeln. Sollten Sie als Börsianer eine Fehlentscheidung getroffen haben, analysieren Sie diese genauestens. Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, weshalb die Börse nicht so reagierte, wie Sie es erwartet haben. Sehen Sie den Fehler als Erfahrungswert, mit dem Ziel, diesen nicht ein zweites Mal zu begehen.

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