Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

12Sep/110

50 Prozent Rabatt

Heute hatte ich ein Telefongespräch. Ein Anlageberater bot mir über das Telefon einen geschlossenen Fond an. Immobilien in Indien. Ich lehnte dankend ab, würde ich mein Kapital doch viel lieber in Aktien stecken wollen. Daraufhin antwortet mein Gesprächspartner: „Ich habe meine Kunden schon bei 7000 DAX-Punkten gewarnt, aus Aktien auszusteigen.“ Was für ein Prophet, denke ich und beendete kurzerhand das Telefongespräch. In diesen Tagen sind wieder einmal jede Menge Besserwisser unterwegs.

Heute sackte der DAX auf unter 5.000 Punkte. Vermutlich wird der deutsche Leitindex in Kürze noch ein paar weitere Punkte an Boden verlieren. Die Anleger sind hypernervös und verhalten sich wie ein Herde aufgescheuchter Rindviecher. Dabei ist es nicht erforderlich ein Prophet zu sein: In zwei oder drei Jahren wird es andere Aktienkurse geben. Im Moment gibt es eine Deutsche Bank mit 50% Rabatt. Auch andere Titel gibt es mit 20% oder 30% Rabatt.

Ja, ich höre die Skeptiker: In so unsicheren Zeiten wie diesen kann man doch keine Aktien kaufen! Doch man kann. Mutige und langfristig orientierte Anleger kaufen Aktien auch in stürmischen Börsenzeiten. Hier ein schönes Beispiel für kühl und überlegt rechnende Investoren:

Wolfgang Mayrhuber, von 2003 bis 2010 Chef der Lufthansa AG, kaufte vor gut vier Wochen 900 Stück Aktien zu 88,21 Euro der Münchner Rückversicherung. Ich sauge mir das nicht aus den Fingern. Dieser Deal wurde (nach §15a WpHG) veröffentlicht, denn Wolfgang Mayrhuber sitzt im Aufsichtsrat der Münchner Rück.

Letzte Woche veröffentlicht der Vorstand der Münchner Rück, die People's Bank of China hat Anfang August die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten. China hat seine Beteiligung an der Münchner Rück auf 5.450.911 Stimmrechte (oder 3,04%) ausgebaut. Auch dies ist gemäß § 21 Abs. 1 WpHG eine zu veröffentlichende Ad-hoc-Meldung.

Aktuell notiert der Börsenkurs der Münchner Rück um die 80 Euro je Aktie. Ein Rabatt von 30 bis 40 Prozent, je nach Auslegung der Bewertung. Aktuell liegt Herr Mayrhuber mit dem veröffentlichten Engagement nicht gerade im Plus, aber abgerechnet wird nicht heute. Abgerechnet wird in ein oder zwei Jahren. Und nicht zuletzt: Die Münchner Rück bezahlt eine Dividende von deutlich über 4 Prozent. Also fast das doppelte, was Bundesanleihen derzeit hergeben würden.

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9Sep/110

Zinserträge

Seit Wochen ist die Börse auf Talfahrt und Anleger parken ihr Geld in sichere Bundesanleihen. Gerade in unsicheren Zeiten legen die Sparer mehr Wert auf Sicherheit als auf Rendite. Doch inzwischen liegt die Rendite (1,8 Prozent) für Bundesanleihen unterhalb der Inflationsrate von 2,3 Prozent.

Papiere anderer staatlicher Emittenten sind etwas lukrativer, selbst auf dem Tagesgeldkonto bekommen Anleger mehr Zinsen gutgeschrieben, als beim Bund. Banken mit deutscher Einlagensicherung bieten dabei ebenfalls hohe Sicherheit. Wer allerdings etwas Risiko eingehen kann, der kauft Unternehmensanleihen.

Trotz Börsenturbulenzen blieben die Unternehmensanleihen stabil. Gerade deutsche Unternehmen erwirtschaften gute Gewinne und sind hervorragend durchfinanziert. Auch hier sind die Renditen (netto um die 3 Prozent) nicht üppig, zumindest aber lässt sich die Inflation kompensieren.

Solide Unternehmensanleihen:

Anleihe ISIN XS0653885961 BMW
Rendite 3,0 Prozent

Anleihe ISN XS0606202454 Südzucker
Rendite 3,2 Prozent

Anleihe ISIN DE000A1C9VQ4 Daimler
Rendite 3,0 Prozent

Anleihe ISIN DE000A0T5X07 Deutsche Telekom
Rendite 3,2 Prozent

Anleihe ISIN XS0429612566 MAN
Rendite 3,0 Prozent

Anleihe ISIN XS0603643890 GfK
Rendite 4,1 Prozent

Anleihe ISIN XS0214238239 ThyssenKrupp
Rendite 3,4 Prozent

Anleihe ISIN XS0452802175 Lanxess
Rendite 3,7 Prozent

Anleihe ISIN DE000A1E8V89 SIXT
Rendite 4,1 Prozent

12Aug/110

Turnaround?

Das ist so eine Sache mit der Geldanlage. Steigen die Kurse, kann man sich in seiner Sucht nach noch mehr Profit kaum zügeln. Brechen die Kurse ein und fallen – wie in diesen Tagen – ins Bodenlose, kann man sich nicht vorstellen, dass die Kurse auch wieder steigen könnten. Zumeist verpassen private Kleinanleger den Einstieg. Das Grundproblem der Geldanlage bleibt, das man den richtigen Zeitpunkt der Wende kaum erwischt.

Nach einen Aktiencrash, verteilt über gut zwei Wochen, drängt sich nun die Frage auf, ob es sich schon wieder lohnt, auf ein Turnaround zu spekulieren. Ich halte so einige Unternehmen für unterbewertet. Klar, eine solche Wette auf die Wende geht nicht ohne Risiko ab. Doch wer etwas Spielgeld übrig hat, kann jetzt den einen oder anderen Deal machen, der sich in Zukunft auszahlen wird.

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11Aug/110

Der Gold-Crash ist vorprogrammiert

Krise wie aus dem Lehrbuch: Aktien verlieren und der Preis für die Feinunze Gold steigt auf 1.800 US-Dollar. Und jetzt gebe ich an dieser Stelle ein Versprechen ab: Der nächste Crash für Investoren ist vorprogrammiert. Denn charttechnisch gesehen hat der Preis für das gelbe Metall eindeutig den längerfristigen Aufwärtstrend verlassen. Nach oben! Quasi schießt der Goldpreis durch die Decke. Es ist völlig unerheblich, ob sich ein Kurs massiv nach oben (aktuell Gold) oder massiv nach unten (aktuell Aktien) bewegt, es gibt kaum ein deutlicheres Zeichen für eine Übertreibung.

Leider lässt sich der Zeitpunkt weder für ein Crash, noch für eine Übertreibung exakt prognostizieren. Panik und Gier lösen eine Eigendynamik aus, bei der die ordentliche Analyse passen muss. Das war in der vergangenen Tagen am Aktienmarkt nicht zu übersehen. Insider haben nur noch mit den Köpfen geschüttelt. Keine Frage, geht die Krise weiter wie bisher, dann wird Gold schon bald die 2.000-Dollar-Marke knacken. Und wenn nun ein wenig Besonnenheit in die Politik einkehrt? Die Möglichkeit ist nicht ganz ausgeschlossen. Oder? Natürlich, die aktuelle Krise ist morgen noch lange nicht vorbei und auch nicht übermorgen.

Doch mit jedem Dollar, den der Goldpreis weiter zulegt, wächst die Crash-Gefahr: Bevor die Masse der Anleger das begreift, haben Profis ihre Positionen schon auf den Markt geworfen. Der Kurs taucht ab und gerade die Investoren, die jetzt noch in Panik Gold kaufen, müssen dann ebenfalls ihre Verluste begrenzen. Die gleichen Panik-Investoren, die zuvor aus den Aktien geflohen sind, treten erneut die Flucht an. Der Kurs taucht noch weiter ab und erfasst schließlich die Massen. Und vielleicht ist schon bald in der BILD-Zeitung zu lesen: Die Jahrhunderthausse in Gold ist vorbei, verkaufen Sie jetzt ihre Goldbestände und investieren Sie in Aktien!

Noch besteht kein Grund zur Panik, aber Vorsicht ist angebracht. Kluge Anleger bleiben in Übertreibungsphasen investiert, bis klare Verkaufssignale entstehen. Und ein guter Rat am Schluss: Gold ist nur ein gelbes Metall, dessen mystische Bedeutung eine höhere Bewertung erfährt, als der industrielle Nutzen. Schwächen sich die Krisenszenarien ab, ist ein Kurseinbruch wahrscheinlich und diesen sitzen kluge Anleger besser nicht aus. Der Goldpreis könnte tiefer stürzen, als in diesen Tagen gedacht.

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10Aug/112

Apple vs. Exxon

Zur Zeit bieten Apple und Exxon den Investoren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das größte börsennotierte Unternehmen an. Der iPhone-Hersteller hatte zwischenzeitlich den Ölkonzern überholt. Beide Firmen bringen es auf eine Marktkapitalisierung von derzeit rund 339 Milliarden Dollar.

Ein aktuellen Vergleich:

Bayer
37,23 Milliarden Euro
53,39 Milliarden US-Dollar

BMW
37,18 Milliarden Euro
53,32 Milliarden US-Dollar

Deutsche Bank
28,88 Milliarden Euro
41,42 Milliarden US-Dollar

Deutsche Telekom
40,70 Milliarden Euro
58,37 Milliarden US-Dollar

Daimler
41,45 Milliarden Euro
59,44 Milliarden US-Dollar

Siemens
67,87 Milliarden Euro
97,33 Milliarden US-Dollar

Volkswagen
49,43 Milliarden Euro
70,89 Milliarden US-Dollar

Mit anderen Worten, der Technologiekonzern aus Amerika wird fast doppelt so hoch bewertet, wie die gelistete deutsche Automobilindustrie, also BMW, Daimler und Volkswagen zusammen. Dabei verdienten die drei Autokonzern im abgelaufenen Quartal rund 14 Milliarden Euro. Apple erwirtschaftet im gleichen Zeitraum einen Gewinn von 7,3 Milliarden US-Dollar, etwa 5 Milliarden Euro. Kleine Erinnerung am Rande: 1996 stand Apple praktisch vor der Pleite.

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9Aug/112

Dax im freien Fall

Ich beschäftige mich nicht erst seit gestern mit der Börse, doch so langsam bleibt mir die Spucke weg: Eine Nervosität in den Märkten, die ihresgleichen in der Börsengeschichte sucht. Zum Handelsbeginn schoss der Deutsche Aktienindex um bis zu 1,7 Prozent nach oben, um dann heftig abzustürzen. Das bisherige Tagestief lag bei 5.502 Punkten, was einem Tagesminus von 7,1 Prozent entspricht. Inklusive des aktuellen Verlusts von rund fünf Prozent hat der Dax seit Beginn der Turbulenzen verheerende 24,5 Prozent an Wert verloren.

Der Tag ist noch lange nicht zu Ende.

13:00 Uhr
Die Verkaufslawine an den internationalen Aktienmärkten ebbt vorerst etwas ab. Nach den dramatische Verlusten am Vormittag, grenzen die Indizes ihre Verluste mittlerweile wieder deutlich ein. Alles wartet auf den Handelsbeginn an den US-Börsen und die Fed-Sitzung am Abend. Das hysterische Verhalten an den Märkten ist keinesfalls mit wirtschaftlichen Faktoren vollständig zu erklären. Es zeigt lediglich das verloren gegangene Vertrauen in die Politik, die Banken und die Rating-Agenturen.

18:00 Uhr
Mit diesem Tag verbucht der Dax den zehnten Tagesverlust in Folge. Verwirrender war ein Börsentag selten: Unter hohen Schwankungen tastete sich der deutsche Leitindex aus dem Tagstief (5.502 Punkte) wieder zurück nach oben, um mit 5.917 Punkten zu schließen. Die Erholung ist alleine der Wall Street zu verdanken. Seit Beginn der Turbulenzen - am 27. Juli - verlor der DAX 19,5 Prozent an Wert. Zum Vergleich: Nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 brach der DAX innerhalb von zwei Wochen um 29,6 Prozent ein. Ähnlich heftige Verluste nach dem Anschlag vom 11. September, hier verlor der DAX binnen drei Wochen 35 Prozent an Wert.

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