Zinserträge
Seit Wochen ist die Börse auf Talfahrt und Anleger parken ihr Geld in sichere Bundesanleihen. Gerade in unsicheren Zeiten legen die Sparer mehr Wert auf Sicherheit als auf Rendite. Doch inzwischen liegt die Rendite (1,8 Prozent) für Bundesanleihen unterhalb der Inflationsrate von 2,3 Prozent.
Papiere anderer staatlicher Emittenten sind etwas lukrativer, selbst auf dem Tagesgeldkonto bekommen Anleger mehr Zinsen gutgeschrieben, als beim Bund. Banken mit deutscher Einlagensicherung bieten dabei ebenfalls hohe Sicherheit. Wer allerdings etwas Risiko eingehen kann, der kauft Unternehmensanleihen.
Trotz Börsenturbulenzen blieben die Unternehmensanleihen stabil. Gerade deutsche Unternehmen erwirtschaften gute Gewinne und sind hervorragend durchfinanziert. Auch hier sind die Renditen (netto um die 3 Prozent) nicht üppig, zumindest aber lässt sich die Inflation kompensieren.
Solide Unternehmensanleihen:
Anleihe ISIN XS0653885961 BMW
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISN XS0606202454 Südzucker
Rendite 3,2 Prozent
Anleihe ISIN DE000A1C9VQ4 Daimler
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISIN DE000A0T5X07 Deutsche Telekom
Rendite 3,2 Prozent
Anleihe ISIN XS0429612566 MAN
Rendite 3,0 Prozent
Anleihe ISIN XS0603643890 GfK
Rendite 4,1 Prozent
Anleihe ISIN XS0214238239 ThyssenKrupp
Rendite 3,4 Prozent
Anleihe ISIN XS0452802175 Lanxess
Rendite 3,7 Prozent
Anleihe ISIN DE000A1E8V89 SIXT
Rendite 4,1 Prozent
Kleinvieh macht auch Mist
Günstiger Preis, nicht zuletzt damit werben die großen Fachmärkte in Sachen Unterhaltungselektronik. Sprüche wie zum Beispiel „Geiz ist geil“ sind uns schon längst in Fleisch und Blut über gegangen. Solche Märkte verdienen an hochwertigen Produkten - in der Regel - ganz normale zweistellige Margen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Interessant finde ich allerdings die Kalkulationen beim Zubehör: Hier werden Handelsspannen von 1000 Prozent und mehr kalkuliert. Akkus, Handyhüllen, Ohrhörer oder simple Verbindungskabel. Pfennigartikel aus China mutieren im stationären Fachhandel zu „Gold“. Eine simple USB-Verbindung zum Beispiel, bei eBay für 2,00 Euro inklusive Versand erhältlich, kostet offline saubere 9,90 Euro. Das macht dann mal eben schlappe 500% Preisunterschied aus. Solche Kabel werden in China für 20 Cent pro Stück eingekauft.
Gefühlte Inflation
Das mit der Inflation ist so eine Sache. Das Bundesamt für Statistik erklärt uns, die Verbraucherpreise sind im Jahr 2010 um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ein guter Wert und deutlich unter den durchschnittlichen Teuerungsraten der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Aber das Gefühl sagt uns etwas vollkommen anderes. Die Preise steigen und es wird für uns immer teurer. Was stimmt den nun? Ich habe ein wenig in den Statistiken rumgewühlt und dabei folgendes zum Vorschein gebracht:
In 2010 sind folgende Produkte billiger geworden:
- 7,5%: Digitaler Camcorder
- 7,6%: ASU bei PKW mit Otto-Motor
- 7,9%: Ananaskonserve
- 8,0%: Pflanzenöl
- 8,7%: Digitalkameras
- 9,2%: Notebooks
-12,4%: Software
-14,8%: DVDs und Videos
-17,5%: Fernseher
-25,1%: Hörbücher auf CD
Das sind schon beeindruckende Zahlen. Allerdings fahre ich mein Auto nur alle zwei Jahre zur Abgasuntersuchung, einen neuen Computer kaufe ich vielleicht nach drei Jahren. Und meinen Fernseher habe ich kürzlich ausgetauscht, nachdem das alte Röhrengerät mehr als ein ganzes Jahrzehnt im Wohnzimmer stand. Ich denke mal, so ähnlich geht es uns allen. Und nun schauen wir mal auf die täglichen Ausgaben:
+26,7%: Zwiebeln
+27,1%: Kartoffeln
+27,4%: Wirsingkohl
+28,5%: Leichtes Heizöl
+28,5%: Kopf- & Eisbergsalat
+31,0%: Nüsse & Backzutaten
+31,2%: Gurken
+39,7%: Blumenkohl
+41,4%: Paprikaschoten
+52,0%: Tomaten
Aber hallo, das die Energiepreise Achterbahn fahren ist keine neue Erkenntnis und im Zweifel erinnert uns der Nachrichtensprecher an den steigenden Rohölpreis je Barrel. Die gefühlte Inflation resultiert also vom täglichen Einkauf im Supermarkt.
Deutschland ist kein armes Land und die Lebensmittelpreise sind noch moderat. Doch steigende Preise für Lebensmittel werden weltweit zum Problem. Und es macht einen gewaltigen Unterschied, ob die Fleischpreise steigen, nur weil immer mehr Chinesen oder Inder sich Fleich leisten können - oder ob die Preise für Mais, Reis und Weizen anziehen. Letzteres trifft die armen Menschen zu allererst und soziale Unruhen sind vorprogrammiert.
Krieg der Währungen
Erneut kämpft Deutschland gegen den Rest der Welt! Es ist nicht so das dieser Kampf für uns Bürger zu spüren wäre, jedenfalls im Moment noch nicht. Die meisten Menschen ignorieren das internationale Gezerre um die Währungen oder sie verstehen in diesem Zusammenhang ohnehin nur Bahnhof. Dabei betrifft der aktuelle Währungskrieg uns alle und insbesondere unsere Ersparnisse.
Der Euro stabiler als die DM
Der Euro hat sich in den ersten zehn Jahren seines Bestehens als überaus stabil erwiesen. Im langfristigen Vergleich sogar stabiler als die gute alte D-Mark. Während der Euro seit seiner Einführung 1999 im Jahresdurchschnitt eine Geldentwertung von 1,6 Prozent aufweist, verlor die D-Mark im Laufe ihres Bestehens im Schnitt knapp 3 Prozent Kaufkraft jährlich.
Derzeit ist die Inflation in Deutschland auf dem Rückzug. Im März 2009 sank die Inflationsrate auf nur noch 0,5 Prozent. Angesichts der weltweit expansiven Geldpolitik keimen zwar immer wieder Inflationssorgen auf, Voraussetzung für eine höhere Inflationsrate wäre aber zunächst eine merkliche wirtschaftliche Erholung. Denn im Abschwung sind Preiserhöhungen durch Unternehmen oder kräftige Lohnsteigerungen nur schwer durchzusetzen.
