China, Spekulation und Hunger
In der Vergangenheit konnte China den eigenen Getreidebedarf stets aus eigener Produktion decken. Doch eine Jahrhundertdürre bedroht den Status der Selbstversorgung. Gut ein Drittel der gesamten chinesischen Weizenanbaufläche ist von der Trockenheit betroffen. Um erneut Unruhen zu vermeiden, wird die Regierung in Peking nicht zögern, die Versorgung der heimischen Bevölkerung durch Getreideeinfuhren zu sichern. Schon jetzt explodieren auf den internationalen Getreidemärkten die Preise.
China besitz Währungsreserven in Höhe von 2850 Milliarden US-Dollar, die Chinesen können damit alles kaufen und jeden Preis bezahlen. Bei den Getreidesorten liegt einzig Reis noch deutlich unter seinem Preishoch von 2008. Aber die Nachfrage wird, als Ersatz für den teuren und knappen Weizen, zunehmen und der Preis für das Grundnahrungsmittel von 3 Milliarden Menschen konsequent ansteigen. Diese Situation ruft weltweit Spekulanten auf den Plan.
Wer als Anleger ein Zertifikat auf Reis kauft, hortet keinen Reis, sondern spekuliert auf einen steigenden Reispreis. Unter sachlicher Betrachtung ist das wahrscheinlich keine Spekulation auf die Hungersnöte. Doch der armen Bevölkerung dieser Welt ist das vollkommen gleich, ob ihre Grundnahrungsmittel mangels Ernte nicht ausreichend vorhanden sind, oder wegen Preistreiberei vollkommen unerschwinglich.
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