Confoederatio Helvetica
Die offizielle Bezeichnung der Schweizerischen Eidgenossenschaft lautet Confoederatio Helvetica und kommt aus dem Lateinischen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Als Land mit vier Sprachen musste ein Konsens gefunden werden. Die Abkürzung CH wird auch als Nationalkennzeichen an Autos verwendet. Ebenfalls zu finden ist die offizielle Bezeichnung auf den meisten Münzen und allen Banknoten.
Bundesstaat
Auf der Welt gibt es etwa 30 Staaten mit föderativem Aufbau. Die Schweiz ist der kleinste föderative Staat. Mit 26 Teilstaaten (Kantonen) und 4 Landessprachen ist er aber einer der komplexesten. Seit 1848 ein Bundesstaat mit demokratisch parlamentarischem Aufbau, ist die Schweizerische Eidgenossenschaft ein Willensstaat, der neutral betrachtet in keiner Hinsicht eine Einheit bildet. Dies weder ethnisch, sprachlich noch religiös. Die Bundesverfassung von 1848 wurde erstmals 1874 komplett revidiert, anschliessend immer wieder angepasst und ergänzt und liegt nun seit dem 1. Januar 2000 in der aktuellen modernisierten Form vor. Darin sind die Kompetenzen des Bundes mehr oder weinger klar festgesetzt.
Eidgenossenschaft
Dieses System ist weltweit einzigartig und beruht darauf, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft eine Willensnation ist. Eine Willensnation deshalb, weil alle Kantone aus freien Stücken beschlossen haben Teil des Staatenbundes, bestehend aus 23 Kantonen, zu werden. Die wichtigsten, ch-typischen Punkte des Systems sind die Direkte Demokratie und der stark ausgeprägte Föderalisums. Die direkte Demokratie gibt dem Volk die Möglichkeit mit verschiedenen Mitteln direkten Einfluss auf die Regierungstätigkeit von Bund und Kantonen zu nehmen. Der Föderalismus spiegelt sich in einer hohen Autonomie der Kantone und deren Einfluss auf und deren Beteligung an der Politik des Bundes wieder.
Kantone
In der Schweiz gibt es verschiedensprachige Kantone. Es gibt Kantone, die praktisch nur aus einer Stadt bestehen (Kanton Genf) oder fast nur aus Bergen und Tälern, wie der Kanton Uri. Im kleinen Halbkanton Basel-Stadt mit seinen 37 qkm leben mehr Menschen (188.500) als im Kanton Graubünden (7.105 qkm), in dem sich die 186.000 Einwohner auf 150 Täler verteilen.
Der Kanton Zürich hat über eine Million Einwohner, andere Kantone füllen mit ihrer Bevölkerung lediglich ein kleines Fußballstadion (Kanton Appenzell Innerrhoden mit 14.900 Einwohnern). Es gibt ältere und jüngere Kantone: Der jüngste ist der Kanton Jura, der sich 1979 vom Kanton Bern trennen konnte, nachdem diese Trennung 1978 per Abstimmung beschlossen worden war.
Jeder Kanton hat seine eigene Verfassung, eine Regierung und ein Parlament. Die Gesetzgebung ist ebenso eigenständig, die natürlich mit denen des Bundes kompatibel sein muss. Die Verwaltungsautonomie und die Freiheit für Entscheidungen sind sehr groß. Zum Beispiel hat jeder Kanton seine eigene Polizei und jeder Kanton bestimmt selbst die Höhe der Steuern.
Mitten in Europa
Die Schweiz liegt zwar geografisch nicht genau mitten in Europa, spielt jedoch mindestens in verkehrstechnischer Hinsicht eine zentrale Rolle: Durch die Alpen führt die zentrale europäische Verbindung von Norden nach Süden. Außerdem grenzt die Schweiz im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein, im Westen an Frankreich und im Süden an Italien. Auf diese Weise treffen in der Schweiz drei große europäische Kulturen aufeinander, nämlich die deutsche, die französische und die italienische.
Die Fläche der Schweiz beträgt 41.285 Quadratkilometer. Die größte Nord-Süd-Distanz beträgt in der Schweiz 220 Kilometer. Um diese Distanz zu überwinden braucht man vier Stunden mit dem Zug und drei Stunden mit dem Auto. Von Westen nach Osten sind es 350 km. Auf einer Fahrt von drei bis vier Stunden kann die Landessprache zwei-, drei- oder sogar viermal wechseln. Es gibt in der Schweiz nichts, was man nicht auch in andern Ländern sehen kann. Finnland hat mehr Seen, die Gletscher in Island sind größer, die Berge in Nepal höher, in Italien sieht man mehr Aprikosenbäume. Aber in der Schweiz liegt das alles nah zusammen. Auf einer Bahnfahrt von 2 bis 3 Stunden sieht man ganz unterschiedliche Landschaften. Die Schweiz ist sehr dicht bevölkert: Im Durchschnitt leben auf einem Quadratkilometer 183 Menschen. Je nach Region gibt es jedoch große Unterschiede: So leben in den Alpen, die flächenmäßig einen großen Teil des Landes abdecken, nur gerade 10% der gesamten Bevölkerung.
Schweizer Kontraste
Der tiefste Punkt ist Ascona, 196 Meter über Meer. Hier wachsen Palmen und es herrscht mediterranes Klima. Der höchste Punkt ist die Dufour-Spitze, 4.634 Meter, mit arktischem Klima. Ascona und Dufour-Spitze liegen 70 km (Luftlinie) auseinander. Das Wallis ist ein Bergkanton, berühmt durch das Matterhorn und den 24 km langen Aletschgletscher. In den Tälern wachsen Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten und Trauben. In Stalden (Kanton Wallis) gibt es so wenig Regen wie in der Steppe, 52 Zentimeter im Jahr. Im Monte Rosa-Gebiet nur 40 km von Stalden entfernt sind es dagegen 400 Zentimeter.
Schweizer Wirtschaft
Die Schweizer Wirtschaft stützt sich auf hochqualifizierte Arbeit und gut ausgebildete Arbeitskräfte. In der Schweiz arbeiten die meisten Erwerbstätigen in kleineren und mittleren Betrieben, die für die Wirtschaft des Landes eine enorm wichtige Rolle spielen. Die Zeiten des unbeschränkten Wachstums sind jedoch auch in der Schweiz vorbei, und die Angst vor der Arbeitslosigkeit gehört seit mehreren Jahren zu den Hauptsorgen der Schweizer Bevölkerung.
Schweizer Unternehmen sind international außerordentlich wettbewerbsfähig. In verschiedenen Bereichen werden bis zu 90% der Güter und Dienstleistungen exportiert. Die bekanntesten Exportartikel sind Uhren, Schokolade und Käse. Wichtiger für den Export sind jedoch Erzeugnisse aus der Maschinen-, Elektronik- und chemischen Industrie. Diese machen zusammen mehr als die Hälfte der Exporteinnahmen aus.
Neben diesen “sichtbaren" Gütern sind auch Beratungsdienste, Versicherungen und Tourismus wichtige Bestandteile der Schweizer Exportwirtschaft. Die wichtigsten Handelspartner der Schweiz sind Länder aus der EU. Der wichtigste Partner ist Deutschland, aber auch zu Frankreich, Italien und Großbritannien unterhält die Schweiz intensive Handelsbeziehungen.
Schweizer Banken
Banken und Finanzinstitute spielen eine wichtige Rolle in der Schweizer Wirtschaft. Der Schweizer Geld- und Kapitalmarkt ist auf der ganzen Welt ein Begriff. Die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gehören weltweit zu den führenden Banken. Im Jahr 2002 arbeiteten mehr als 118.000 Menschen im Bankensektor. Eine äusserst wichtige Funktion haben die Schweizer Banken im "Private Banking", der Vermögensverwaltung für Einzelpersonen. So erwirtschaften die UBS und die Credit Suisse mehr als einen Drittel ihres Gewinns in diesem Sektor. Die Schweiz als Zentrum des “Private Banking” lockt auch ausländische Banken an: So haben u.a. die Deutsche Bank und Barcleys in Genf Zentren für ihre Private Banking Aktivitäten eingerichtet.
Es gibt in der Schweiz verschiedene Privatbanken: Im Jahr 2003 waren es 13. Diese Banken sind meistens im Besitz wohlhabender Einzelpersonen, welche die volle Verantwortung für die Aktivitäten ihrer Bank tragen. Die Schweiz verfügt auch über ein Netz von genossenschaftlich organisierten Banken. Die 537 Filialen der Raiffeisen-Gruppe arbeiten autonom, die Mitglieder entscheiden gemeinsam über die Geschäftstätigkeit ihrer Bank und tragen auch gemeinsam die Verantwortung für die Geschicke der Bank.











