Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

9Jan/070

Das Schweizer Bankgeheimnis

Schweizer Bankiers sind dazu verpflichtet, alle Informationen über Sie oder Ihr Konto streng vertraulich zu behandeln. Dieses Bankgeheimnis ist eines der strengsten der Welt und wurzelt in einer Jahrhunderte alten historischen Tradition. Das Bankgeheimnis ist fest in der schweizerischen Gesetzgebung verankert. Ein Bankier, der ohne Ihre Einwilligung Angaben über Sie offenlegt, riskiert eine mehrmonatige Gefängnisstrafe. Die einzigen Ausnahmen zu dieser Regel bilden schwere Straftaten, wie zum Beispiel Waffenschmuggel oder Drogenhandel.

Für Steuerhinterziehung wird das Bankgeheimnis nicht gelüftet. Der Grund dafür ist, dass die Nichtmeldung von Einkommen oder Vermögenswerten in der Schweiz nicht als Straftat betrachtet wird. Daher können weder die Schweizer Behörden noch ausländische Behörden Angaben über Ihr Konto einholen. Zuerst müssen sie einen Schweizer Richter davon überzeugen, dass Sie eine nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch strafbare schwere Straftat begangen haben.

Für Privatangelegenheiten, wie zum Beispiel eine Erbschaft oder Scheidung wird das Bankgeheimnis nicht gelüftet, wenn Sie Ihre Bankangelegenheiten immer streng vertraulich gehalten haben. Der Kläger muss beweisen, dass das Konto existiert, wenn der Richter den Fall behandeln soll. In dieser Hinsicht bietet ein Nummernkonto die höchstmögliche Diskretion.

Warum gibt es das Schweizer Bankgeheimnis?

Das schweizerische Volk legt sehr starken Wert auf die Wahrung der Privatsphäre und betrachtet das Bankgeheimnis als wichtigen Aspekt davon. In den meisten Ländern der Welt gibt es eine Form des Bankgeheimnisses, obwohl sein Geltungsbereich in manchen Ländern durch die Einführung von Bestimmungen, die einer großen Anzahl von Personen und Behörden das Recht auf Zugang zu den Bankinformationen ihrer Bürger geben, weitgehend eingeschränkt wurde.

Wenn Sie die Geschichte des Schweizer Bankgeheimnisses betrachten sehen Sie, dass die Verstärkung und gesetzliche Festlegung dieses Geheimnisses zu einer Zeit stattfand, als viele Länder totalitäre Züge aufwiesen, wobei die staatlichen Interessen über die der Bürger gestellt wurden. Die in der Schweiz und anderen Ländern herrschende liberale Auffassung lässt sich einfach nicht mit einem Staat vereinbaren, der seine Nase so weit in die Angelegenheiten seiner Bürger steckt.

Was umfasst das Bankgeheimnis?

Das Schweizer Bankgeheimnis verbietet den Schweizer Banken, die Existenz Ihres Kontos ohne Ihre Einwilligung preiszugeben oder Angaben dazu offenzulegen. Das Geheimnis gilt für alle Ihre geschäftlichen Beziehungen zur Bank. Das Bankgeheimnis verjährt nicht und schützt alle Kontakte in Zusammenhang mit der Eröffnung eines Kontos, selbst wenn das Konto nie wirklich eröffnet wird. Auch wenn Ihr Konto aufgehoben ist, bleibt das Bankgeheimnis gültig. Dem Bankgeheimnis unterstehen alle Personen, die für die Bank arbeiten oder mit ihr zusammenarbeiten. Für eine Verletzung des Bankgeheimnisses kann der Bankier zu einer Gefängnisstrafe, zur Entrichtung eines Bußgelds und zu Schadenersatzzahlungen verurteilt werden.

Was sind die Folgen?

Jede Verletzung des Berufsgeheimnisses in der Finanzindustrie - ob vorsätzlich oder nicht - ist nach dem Strafrecht strafbar. Infolgedessen kann ein Schweizer Bankier, der Angaben über einen Kunden ohne dessen Einwilligung offenlegt, mit bis zu sechs Monaten Gefängnis bestraft werden und mit einer Buße von bis zu 50.000 Schweizer Franken. Sobald ein Verstoß bekannt wird, leitet der Schweizer Staatsanwalt automatisch ein Strafverfahren ein. Diese Situation unterscheidet sich also von einer Verletzung des Berufsgeheimnisses durch einen Rechtsanwalt oder Arzt, da in diesen Fällen der Geschädigte eine Klage einreichen muss. Zusätzlich zur Kriminalstrafe kann der geschädigte Kunde ein Zivilverfahren anstrengen und die Bank auf Schadenersatz verklagen. Dies alles bewirkt, dass die Banken jede erforderliche Maßnahme zur Vorbeugung gegen eine Verletzung des Bankgeheimnisses treffen und dass derartige Vorfälle in der Schweiz praktisch nicht vorkommen.

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