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Beim Kauf sind alle Weltmeister, richtig verkaufen kann jedoch kaum einer. Verkaufen ist überhaupt das große Börsenthema. Ganze Kilometer von Börsenliteratur beschäftigen sich mit Analysefaktoren und ähnlichem, die beim Kauf beachtet werden sollen, das Verkaufen wird meist nur kurz gestreift. Dabei ist der Gewinn erst dann gesichert, wenn tatsächlich verkauft wurde. Alles in allem sind Profis und Amateure sich einig: Eine Aktie zu verkaufen ist wesentlich schwieriger als sie zu kaufen. Mit welchen Taktiken und Strategien kann der Anleger sich auf das „Verkaufen“ vorbereiten?

Sich nicht von seinen Papieren trennen können: Es gibt viele Investoren, die eine starke Tendenz zum Daueranleger haben. Die Motive dafür sind vielfältig. Ein Teil der Anleger ist einfach so überzeugt von der ausgewählten Aktie, dass er das Papier äußerst ungern, am liebsten überhaupt nicht verkaufen will. Bei zyklischen Aktien (der Kurs der Aktien unterliegt starken Schwankungen) zahlt sich Treue nicht aus.

Man verkauft zu schnell: Meistens handelt es sich dabei um sehr ängstliche Anleger, die schnell den Gewinn mitnehmen wollen, um den drohenden Verlusten zu entgehen. Der Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass man relativ häufig Gewinne einfährt. Das dahinter stehende Motiv lautet: „An Gewinnmitnahmen ist noch keiner gestorben.“ Es bleibt jedoch die Frage, ob die Nachteile nicht schwerer wiegen. Wer sich auf die Dauer mit kleinen Gewinnen zufrieden gibt, sammelt zwar einiges Geld, wird aber nie an einer großen Spekulation beteiligt sein. Im übrigen wird es sich sehr oft ärgern, da er nach dem übereilten Verkauf bemerkt, wie seine Aktie stetig weiter steigt. Und was ist schlimmer als entgangene Gewinne?

Mit Limits verkaufen: Limits sind für Börsianer stets ein heikles Thema. Eine Aktie bei Verkauf limitieren heißt, sie möglichen Käufern zu einem ganz bestimmten, vorher festgelegten Kurs anzubieten. Hat man beispielsweise den Verkauf zu 59 Euro limitiert, so bedeutet dies, daß man als Verkäufer nur bereit ist, diese Papier für 59 Euro oder jeden höheren Betrag abzugeben. Auf keinen Fall aber darf der Makler das gesetzte Limit unterschreiten. Mit Limits zu verkaufen ist besonders dann empfehlenswert, wenn man in ausgesprochen engen oder volatilen Märkten investiert ist.

Beim ersten Fehler verkaufen: Der erste Verlust ist der kleinste. An dieser Börsenregel müssen sich die meisten Anleger erst einmal gewöhnen. Sie tun das, in den sie ewig an ihren Aktien kleben, statt sich beim Erkennen der Schieflage von ihnen zu trennen. Wann gibt man das Papier ab? Man verkauft, wenn man bei einer bestimmten Aktie zum ersten Mal eine fehlerhafte Entwicklung zu erkennen glaubt. Besser als lange zu zögern ist, dieses Papier sofort aus dem Depot zu entfernen. Gründe können sein: stagnierende Gewinne oder Verlust von Marktanteilen.