Eine Unternehmensanleihe (im Englischen als „Corporate Bonds“ bekannt) ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, stellt also für ein Unternehmen eine mögliche Form der Kapitalbeschaffung dar.

Am einfachsten lässt sich dieser Vorgang erklären, wenn wir uns einmal in die Lage eines großen, bzw. mittelständischen Unternehmens versetzen: Nehmen wir an, unser Unternehmen hätte vor, seine Marktanteile in nächster Zeit deutlich auszubauen, Innovationen voranzutreiben und durch Akquisitionen eine deutlich bessere Stellung im Gesamtmarkt zu erlangen. All diese Vorhaben kosten sehr viel Geld! Was also machen wir? Nun, sind wir als Unternehmen groß genug, ist es durchaus möglich, in eine Aktiengesellschaft umzufirmieren und börsennotierte Aktien herauszugeben. Durch diese Maßnahme erlangen wir zwar Geld, im Gegenzug dazu verlieren wir aber auch einen Großteil der unternehmerischen Unabhängigkeit, da die Aktionäre die Miteigentümer des Unternehmens sind.

Eine zweite Möglichkeit der Kapitalbeschaffung liegt da schon näher – die Unternehmensanleihe. Durch die Ausgabe von Unternehmensanleihen, also Corporate Bonds, leihen wir uns quasi Kapital von privaten Geldgebern und gewähren diesen dafür einen bestimmten Prozentsatz der Verzinsung auf ihre Einlagen. Nach einer bestimmten Laufzeit, in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren, ist das Kapital dann zur Rückzahlung an den Anleger fällig – bis dahin können wir es jedoch uneingeschränkt nutzen.

Durch die Ausgabe einer Anleihe an unserem Unternehmen geben wir nicht das kleinste bisschen unserer unternehmerischen Unabhängigkeit auf – im Gegenteil, durch den enormen Zustrom an Kapital werden wir weit unabhängiger und haben sehr viel mehr Möglichkeiten uns in einem hart umkämpften Markt zu behaupten. Der Spielraum der möglichen Kapitalaufnahme liegt dabei in der Regel zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde Euro.

Die Käufer unserer Unternehmensanleihen werden weder zu Miteigentümern, noch haben sie irgendeine andere Möglichkeit der Einflussnahme auf die Geschäftspolitik des Unternehmens. Erst in dem Moment, in dem das Unternehmen vielleicht nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen aus der Anleihenvergabe nachzukommen, also das Geld der Anleger nach Ablauf der Anleihendauer nicht zurückzahlen kann, werden diese, je nach Anleihenart, an der Verwertung des Unternehmens beteiligt.