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Kristan GmbH

Buchhaltung &
Existenzgründung
für München

Bundesanleihe

Von der Bundesrepublik Deutschland emittierte festverzinsliche Wertpapiere verschiedener Laufzeit. Bundesanleihen sind per Gesetz ohne Prospekt zum amtlichen Handel zugelassen.

Bundesobligation

Wertpapiere des Bundes mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Bundesobligationen können nach der Börsenzulassung von jedermann erworben werden.

Industrieanleihe und Industrieobligation

Von einem Industrieunternehmen emittierte festverzinsliche Schuldverschreibung. Sie dient dem emittierenden Unternehmen zur Beschaffung langfristigen Fremdkapitals für Investitionen.

Im Vergleich zu öffentlichen Anleihen hat die Bedeutung von Industrieanleihen am deutschen Kapitalmarkt in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig abgenommen. Vor allem deutsche Unternehmen machen von dieser Möglichkeit zur Beschaffung von Fremdkapital immer weniger Gebrauch, allerdings wird an deutschen Börsen eine Vielzahl von Industrieanleihen ausländischer Emittenten gehandelt.

Bonds

International übliche Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere.

Agio (Aufgeld)

Bei Anleihen die Differenz zwischen dem niedrigeren Nennwert und dem höheren Ausgabepreis bzw. dem Kurswert. Bei Optionsscheinen die Differenz zwischen dem inneren Wert und dem Kurswert, wenn der Kurswert über dem inneren Wert liegt.

Im entgegengesetzten Fall spricht man von Disagio (Abgeld). Bei Aktien ist eine Ausgabe mit deutlichem Agio üblich – zum Beispiel bei Kapitalerhöhungen – eine Disagio-Ausgabe, also zu einem Preis unter dem Nennwert, hingegen nach deutschem Recht verboten.

Duration

Bezeichnung für die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer in einem festverzinslichen Wertpapier von der Anlage bis zur Rückzahlung. Bei Anleihen mit hohem Nominalzins fließt das investierte Kapital bereits weit vor Ende der Laufzeit in Form von Zinsen wieder dem Anleger zu.

Die Duration ist ein wichtiger Faktor bei der Kursreaktion festverzinslicher Wertpapiere auf Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus am Kapitalmarkt. Je kürzer die Duration, desto „unempfindlicher“ reagiert eine Anleihe auf Zinsturbulenzen, da das Kapital für Anlagen zum Marktzins relativ früh wieder zur Verfügung steht.

Die längste Duration weisen Zero-Bonds auf, und daher reagieren sie auch am heftigsten auf Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus.

Ewige Anleihe

Eine Anleihe ohne festgelegten Rückzahlungszeitpunkt. Die Rückzahlung erfolgt nach Kündigung der Anleihe durch den Schuldner. Relativ seltene Sonderform unter den festverzinslichen Wertpapieren.

Länderrisiko

Bezeichnung für das Risiko eines Anleihegläubigers, dass ein ausländischer Schuldner trotz Zahlungsfähigkeit die fälligen Zins- und Tilgungszahlungen überhaupt nicht oder zumindest nicht fristgerecht leisten kann, weil es in dem betreffenden Land an Transferfähigkeit oder Bereitschaft fehlt.

Grund dafür können mangelnde Währungsreserven sein (wirtschaftliches Länderrisiko), aber auch die politisch bedingte Unwilligkeit oder Unfähigkeit zu Transferleistungen, etwa bedingt durch Umsturz oder sonstige schwerwiegende Veränderungen der Herrschaftsverhältnisse (politisches Länderrisiko).

Neben der Prüfung der individuellen Bonität des Anleiheschuldners hat ein Anleger in ausländischen festverzinslichen Wertpapieren auch das Länderrisiko in seine Überlegungen einzubeziehen.

Pfandbrief

Festverzinsliches Wertpapier, das zur Refinanzierung von Hypothekarkrediten dient. Pfandbriefe werden von Hypothekenbanken, Schiffspfandbriefbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten ausgegeben, wobei zur Emission eine staatliche Genehmigung erforderlich ist.

Pfandbriefe werden an deutschen Börsen im amtlichen Handel notiert. Die Besicherung von Pfandbriefen erfolgt durch erststellige Hypotheken, wobei das Emissionsvolumen zu jeder Zeit durch Hypotheken von mindestens gleichem Zinsertrag gedeckt sein muss. Pfandbriefe sind mündelsicher und erfreuen sich bei konservativen Anlegern großer Beliebtheit.

Fremdwährungsanleihen

Anleihen, die in einem Land nicht in der Landes- sondern in einer anderen Währung emittiert werden, etwa in Deutschland aufgelegte Anleihen, die auf US- Dollar oder Pfund Sterling lauten.

Wandelanleihe

Von einer Aktiengesellschaft emittierte Anleihe, die dem Inhaber das Recht verbrieft, sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem festgelegten Verhältnis in Aktien der betreffenden AG umzutauschen bzw. zu wandeln. Dazu ist in der Regel – zusätzlich zur Einreichung der Anleihe – ein festgelegter Wandlungspreis zu entrichten.

Die Wandelanleihe bietet also einerseits den Vorteil der festen Verzinsung und andererseits die Möglichkeit, Aktionär der AG zu werden. Es besteht nur das Recht, nicht aber die Pflicht, die Anleihe in Aktien zu wandeln. Wegen des Vorteils der Wandelbarkeit weisen Wandelanleihen bei der Emission in der Regel eine deutlich geringere Verzinsung auf als „normale“ Anleihen mit entsprechender Laufzeit.

Der Börsenkurs von Wandelanleihen wird nicht so sehr vom allgemeinen Zinstrend als vielmehr von der Kursentwicklung der betreffenden Aktie beeinflusst. In mancher Hinsicht vereinigt die Wandelanleihe also Vor- und Nachteile eines festverzinslichen Wertpapiers und einer Aktie auf sich.

Zero-Bond

Schuldverschreibung ohne Zinscoupon, auch Null-Coupon-Anleihe genannt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anleihen findet keine laufende Verzinsung statt. Zero-Bonds werden weit unter dem Nominalwert emittiert und bei Fälligkeit zum Nominalwert eingelöst.

Die steuerlich maßgebende Emissionsrendite errechnet sich aus der Differenz des Emissionskurses zum Nominalwert (Rückzahlungskurs) und der Laufzeit. Zinserträge aus Zero-Bonds müssen erst zum Zeitpunkt der Einlösung oder bei vorzeitigem Verkauf versteuert werden.

Zero-Bonds bieten dem Anleger damit die Möglichkeit, steuerpflichtige Kapitalerträge in Zeiten geringen Einkommens (zum Beispiel nach Eintritt ins Rentenalter) zu verlagern und so Steuern zu sparen.

Junk Bonds

„Müllanleihen“. Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere mit sehr schlechter Bonität, die mit hohen Renditen locken, wobei allerdings die pünktliche Zinszahlung und erst recht die Rückzahlung des Kapitals äußerst unsicher erscheinen.