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Kristan GmbH

Buchhaltung &
Existenzgründung
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Grundkapital

Der Mindestnennbetrag des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft beträgt in Deutschland 50.000 Euro (§7 Aktiengesetz), ist im Allgemeinen aber wesentlich höher. Das Grundkapital ist in Aktien „zerlegt“, das heißt, es muss mit der Summe der Nennwerte der emittierten Aktien übereinstimmen. Der einzelne Aktionär ist entsprechend dem Nennwert der von ihm gehaltenen Aktien am Grundkapital beteiligt.

Grundkapitalerhöhung
Kapitalerhöhung Grundkapitalherabsetzung

Neben der Kapitalerhöhung hat die Aktiengesellschaft auch die Möglichkeit einer Herabsetzung des Grundkapitals. Nach dem Aktiengesetz gibt es dazu drei Möglichkeiten: Die mit einer Teilliquidation verbundene ordentliche Kapitalherabsetzung, die nominelle Kapitalherabsetzung als Maßnahme der Buchsanierung und die Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien.

Kapitalerhöhung

Maßnahme zur Finanzierung der AG durch Erhöhung des Grundkapitals.

Ordentliche Kapitalerhöhung

Nach §§182-191 Aktiengesetz die Kapitalerhöhung gegen Einlagen. Zu einem festgesetzten Emissionspreis werden neue Aktien ausgegeben. Die Aktionäre sind gemäß ihrem bisherigen Anteil am Grundkapital zum Bezug der neuen Aktien berechtigt (Bezugsrecht). Das Grundkapital der AG erhöht sich um die Summe der Nennwerte der neu emittierten Aktien.

Bedingte Kapitalerhöhung

Kapitalerhöhung nach § 192-201 Aktiengesetz. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Umtausch- oder Bezugsrechten Gebrauch gemacht wird, die die AG auf die neuen Aktien einräumt. Sie ist vorgesehen für die Gewährung von Umtauschrechten der Inhaber von Wandelanleihen und Optionsanleihen, zum Umtausch von Aktien einer Gesellschaft gegen die einer anderen, zur Vorbereitung einer Fusion und zur Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern durch Ausgabe von Belegschaftsaktien.

Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

Erhöhung des Grundkapitals durch Umwandlung von Rücklagen. Der Aktiengesellschaft fließt – im Gegensatz zur ordentlichen Kapitalerhöhung – somit kein neues Kapital zu, es erfolgt lediglich eine Umschichtung von Bilanzpositionen. Die Aktionäre erhalten neue Aktien (Berichtigungsaktien, Gratisaktien), ohne Einzahlungen leisten zu müssen.

Sinn der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ist es, das haftende Eigenkapital in ein angemessenes Verhältnis zu den Rücklagen zu bringen. Ein Nebeneffekt ist die Kurssenkung der Aktie: Bei einer Erhöhung im Verhältnis 4:1 sinkt der Aktienkurs rein rechnerisch um 20 Prozent, da die AG nach der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ja ebenso viel „wert“ ist wie zuvor.

Insofern ist auch der Begriff Gratisaktie irreführend: Der Aktionär bekommt nichts geschenkt, da er die neuen Aktien indirekt durch den rechnerischen Wertverlust der alten Aktien „bezahlt“.

Genehmigtes Kapital

Nach §§ 202 bis 206 Aktiengesetz stellt das genehmigte Kapital für den Vorstand der AG den durch die Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigungsrahmen für eine ordentliche Kapitalerhöhung dar.

Der Vorstand hat in den auf den Beschluss folgenden fünf Jahren die Möglichkeit, eine ordentliche Kapitalerhöhung bis maximal zur Höhe des genehmigten Kapitals durchzuführen oder die Ermächtigung verfallen zu lassen.