Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

2Feb/112

Gefühlte Inflation

Das mit der Inflation ist so eine Sache. Das Bundesamt für Statistik erklärt uns, die Verbraucherpreise sind im Jahr 2010 um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ein guter Wert und deutlich unter den durchschnittlichen Teuerungsraten der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Aber das Gefühl sagt uns etwas vollkommen anderes. Die Preise steigen und es wird für uns immer teurer. Was stimmt den nun? Ich habe ein wenig in den Statistiken rumgewühlt und dabei folgendes zum Vorschein gebracht:

In 2010 sind folgende Produkte billiger geworden:

- 7,5%: Digitaler Camcorder
- 7,6%: ASU bei PKW mit Otto-Motor
- 7,9%: Ananaskonserve
- 8,0%: Pflanzenöl
- 8,7%: Digitalkameras
- 9,2%: Notebooks
-12,4%: Software
-14,8%: DVDs und Videos
-17,5%: Fernseher
-25,1%: Hörbücher auf CD

Das sind schon beeindruckende Zahlen. Allerdings fahre ich mein Auto nur alle zwei Jahre zur Abgasuntersuchung, einen neuen Computer kaufe ich vielleicht nach drei Jahren. Und meinen Fernseher habe ich kürzlich ausgetauscht, nachdem das alte Röhrengerät mehr als ein ganzes Jahrzehnt im Wohnzimmer stand. Ich denke mal, so ähnlich geht es uns allen. Und nun schauen wir mal auf die täglichen Ausgaben:

+26,7%: Zwiebeln
+27,1%: Kartoffeln
+27,4%: Wirsingkohl
+28,5%: Leichtes Heizöl
+28,5%: Kopf- & Eisbergsalat
+31,0%: Nüsse & Backzutaten
+31,2%: Gurken
+39,7%: Blumenkohl
+41,4%: Paprikaschoten
+52,0%: Tomaten

Aber hallo, das die Energiepreise Achterbahn fahren ist keine neue Erkenntnis und im Zweifel erinnert uns der Nachrichtensprecher an den steigenden Rohölpreis je Barrel. Die gefühlte Inflation resultiert also vom täglichen Einkauf im Supermarkt.

Deutschland ist kein armes Land und die Lebensmittelpreise sind noch moderat. Doch steigende Preise für Lebensmittel werden weltweit zum Problem. Und es macht einen gewaltigen Unterschied, ob die Fleischpreise steigen, nur weil immer mehr Chinesen oder Inder sich Fleich leisten können - oder ob die Preise für Mais, Reis und Weizen anziehen. Letzteres trifft die armen Menschen zu allererst und soziale Unruhen sind vorprogrammiert.

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veröffentlicht unter: Ratgeber Geld Kommentar schreiben
Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob Luxusgüter billiger werden (um acht bis zehn Prozent…) oder Verbrauchsgüter des täglichen Lebens um ein Drittel teurer!

    Danke für diese Analyse.

    • Das ist schon richtig und das wollte ich mit meinen Artikel zum Ausdruck bringen. Ich kann mir nicht helfen, wir sind schon wieder an dem Punkt, kurz bevor die Party (Lehman Brothers) abgeblasen wurde. Weltweit explodierende Preise für Rohstoffe und Lebensmittel. Ich spüre es schon förmlich scheppern!

      Und zum eigentlich gleichen Thema: Ägypten, Brot und Proteste


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