Kredit im Web 2.0
Mit Smava wird eine jahrtausend alte Tradition ins Web übertragen. Das private Verleihen von Geld. Kredite von Mensch zu Mensch. Der Marktplatz Smava ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Anlegern und Kreditnehmern. Beide Geschäftspartner profitieren dabei von günstigeren Zinsen, da ein klassische Geschäftsbank umgangen wird. Nur Angebot und Nachfrage bestimmen den Zinssatz. In der Regel erwirtschaftet der Anleger für sich eine bessere Rendite und der Kreditnehmer erhält Geld zu günstigeren Konditionen.
Dennoch steht hinter dem Geschäftsmodel eine Bank, denn ohne Banklizenz macht die deutsche Finanzaufsicht nicht mit. Smava soll für die Geldanleger und Kredite das werden, was eBay für Gebrauchs- und Konsumgüter ist. Smava behält für jede abgeschlossene Transaktion 1% Gebühren aus der Kreditsumme ein. Für Anleger ist der Dienst vorerst kostenlos. Ob sich die Idee im Sinne der Portal-Gründer durchsetzt, steht noch in den Sternen. Einer der üblichen Web-2.0-Wetten mit kräftig Risikokapital.
Im Moment finden sich nicht sehr viele Finanzierungsprojekte im Angebot. Zum Beispiel möchte ein 89jähriger Rentner schlappe 8000 Euro Kredit für eine "totsichere" Schiffsbeteiligung einsammeln. Laufzeit 36 Monate zu 8% Zinsen. Bei allen Respekt: Hoffentlich erlebt der ältere Herr noch die Tilgung der letzten Kreditrate. Riskante Schiffsbetiligungen "rentieren" sich im übrigen nur für Top-Verdiener, die Spitzensteuersätze bezahlen müssen.
Als privater Anleger würde ich 1000 oder 2000 Euro über die Börse anlegen und nicht über Smava. Das Ausfallrisiko bei Smava wird durch den Hintergrund einer Bank begrenzt, aber ein minimales Risiko in Form einer Sparbucheinlage ist Smava ganz sicher nicht. Zumal sich die Investoren für das Portal und für die Bank im Hintergrund decken. Nur wer über den Zins hinaus eine „soziale Rendite“ erzielen möchte, sollte sein Geld auf diesen Kreditmarktplatz tragen.











