Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

1Feb/070

Made in Germany

Fast 40 Millionen iPods verkaufte Apple im abgelaufenen Geschäftsjahr und setzte damit 7,6 Milliarden US$ um. Die Basistechnik für das erfolgreichste tragbare Abspielgerät für Musik stammt aus Deutschland: der Daten-komprimierungsstandard MP3, der das Speichern großer Mengen Musik erst möglich machte. Entwickelt wurde er am Frauenhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen. Auch an anderer Stelle profitiert Apple von hiesigen Erfindergeist: Den iPod nano versorgt eine neuartige High-Tech-Batterie aus Deutschland mit Strom.

Frühestens nach acht Stunden muss der Super-Akku zum Aufladen an die Steckdose – solange garantiert er ungestörten Musikgenuss. Das kleine Kraftpaket, das mit zwei Millimeter flach genug ist, um sich hinter den Display des Geräts zu verstecken, ist das jüngste Vorzeigeprodukt des letzten verbliebenen deutschen Batterieherstellers Varta Microbattery aus Ellwangen.

Dass der schwäbische Mittelständler asiatische Elektrokonzerne wie Samsung, Sony, Sanyo und Matsuhita ausstechen vermochte, überrascht nicht. Bei maßgefertigten Hochleistungs-Energiespeicher für mobile Geräte macht den Ingeneuren aus Ellwangen niemand etwas vor. Die Lithium-Polymer-Batterie, Markenname Poliflex, erfüllt alle Anforderungen der Amerikaner. Sie ist leicht, stark, robust, zuverlässig und extrem platzsparend.

Ihr größter Vorteil: Eine hauchdünne Kunststofffolie ersetzt das flüssige ätzende Elektrolyt herkömmlicher Batterien. Die Poliflex kommt deshalb ohne ein Gehäuse aus, das sie gegen Auslaufen und möglichen Explosionen schützt. Sie lässt sich beinahe in jeder beliebigen Form herstellen, ist biegsam und passt selbst in eine kleinste Geräte. Gezielt in die Kunststoffmatrix eingebaute Nanopartikel, winziger als ein milliardstel Millimeter, erhöhen die Kapazität um ein Fünftel, wodurch sich die Laufzeit des iPod nano verdreifacht.

Alle eingesetzten Materialien sind zudem ungiftig und lassen sich mit dem normalen Hausmüll entsorgen. Der Akku lässt sich bis zu 1000-mal aufladen und ersetzt über seine gesamte Laufzeit 20 Nickel-Hydrid- und sogar über 50 Alkaline-Batterien. Und das Beste für die Kunden: Mit einem Stückpreis von drei bis fünf Euro ist er billiger als vergleichbare Systeme.

Das traditionelle Unternehmen Varta gehört inzwischen der Geschichte an. Ein Beteiligungsunternehmen der Deutschen Bank „sanierte“ Varta und betrieb bis zum Jahre 2002 den Ausverkauf. In der Aktiengesellschaft verblieben die Unterstützungskasse, die Immobiliengesellschaft Pertrix und die Ellwanger Varta Microbattery GmbH (Umsatz 2006 = 140 Millionen Euro). Letztere steht allerdings zum Verkauf. Bis heute laufen Verhandlungen mit dem Wiener Finanzinvestor Global Equity Partners, die das Unternehmen für 30 Millionen Euro übernehmen wollen.

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