Schuldenkrise in Europa, Schuldenkrise und politischer Showdown in Amerika. Der lachende Dritte ist China. Die USA stehen mit über 1.100 Milliarden Dollar bei den Chinesen in der Kreide. Die chinesische Regierung mit ihren Handelsüberschüssen schwimmt also im Geld. Die Wirtschaft boomt. Doch in China wird auch nur mit Wasser gekocht und möglicherweise bahnt sich ausgerechnet im aufstrebenden China die nächste wirtschaftliche Schieflage globalen Ausmaßes an.

China Wirtschaft sieht im allgemeinen kaum jemand kritisch, ich aber schon. Denn China setzt sein Kapital alles andere als optimal ein. Chinas großes Wirtschaftswachstum fußt zu 80 Prozent auf dem Ausbau der landesweiten Infrastruktur. Doch lokale Landesfürsten lassen inzwischen Prestigeprojekte bauen, die niemand wirklich benötigt. Der Zementverbrauch pro Kopf ist in China vollkommen aus dem Ruder gelaufen.

Risiken der Finanzierung im Baugeschäft werden ausgelagert und verschleiert: Bei Kreditwachstumsraten von 20 Prozent weisen chinesische Banken Ausfallraten von nur 0,5 Prozent aus. Kein wirklich glaubhafter Wert. Für mich grenzt der allgemeine China-Optimismus schon an Naivität. China ist auf Landesebene bis über beide Ohren verschuldet. Und wie schnell ein Bauboom zu Ende sein kann, möge bitte ganz kurz einmal den Blick nach Spanien richten.

Auch ein starker Drachen muss zwischendurch einmal Luft holen.

Nachtrag am 09.08.2011: Die Inflation in China ist im Juli unerwartet stark auf 6,5 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit drei Jahren. Nahrungsmittel wurden sogar fast 15 Prozent teurer. Schweinefleisch kostet heute 57 Prozent mehr als vor einem Jahr.