Flügeltürer von Mercedes-Benz

Langsam aber sicher findet bei uns ein Umdenken statt: Weg vom Statussymbol und hin zum wirtschaftlichen Fortbewegungsmittel. Ich speche natürlich vom Auto. Nicht ganz uneigennützig hat unsere Regierung gerade fünf Milliarden Euro springen lassen, um knapp 2.000.000 „saufende“ und „stinkende“ Altautos aus ökologischen Gründen zu beseitigen. Im Vergleich zum Abwrackfahrzeug, vielen nicht wenige neue Autos eine ganze Klasse bescheidener aus. Sicherlich nicht nur ein Plus für die Umwelt sondern gleichfalls für den persönlichen Geldbeutel.

Mercedes hat in 2009 von der Abwrackprämie nicht profitieren können. Die Zulassungszahlen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent. VW hingegen konnte seine Absatzzahlen um 32 Prozent steigern. Renault und Dacia legten – dank der Prämie – um 50 Prozent zu, die Italiener mit Fiat um satte 100 Prozent. Ein einmaliger Effekt zu Gunsten der Hersteller von Kleinwagen. In 20 Jahren wird niemand mehr darüber ein Wort verlieren. Aber was Mercedes in diesen Tagen auf die Straße bringt, dürfte selbst in 20 Jahren noch ein Gespräch wert sein:


Foto © Mercedes-Benz

Der neue Mercedes-Benz SLS von AMG, der am 15. September 2009 auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere feiert, steht für automobile Faszination und Hightech auf höchstem Niveau. Der Supersportwagen begeistert mit puristischem Design, konsequentem Leichtbau und überlegener Fahrdynamik. Die Neuinterpretation des legendären Flügeltürers wird im Frühjahr 2010 ihre Markteinführung feiern.

Und ja, ich gebe es ganz offen zu: Der 317 km/h schnelle Mercedes-Benz ist ein absoluter Anachronismus angesichts der gegenwärtigen Klimadiskussion. Doch alleine der Grundpreis von 177.310 Euro dürfte den Käuferkreis und damit die Stückzahlen für den SLS auf ein ökologisch vertretbares Maß begrenzen. Ganz gleich ob mit oder ohne Abwrackprämie.

Triumph und Niederlage

In Krisenzeiten werden die Grenzen der wirtschaftlichen Macht verschoben oder neu gezogen. Noch vor zwei Jahren verabschiedeten unsere Politiker ein Gesetz, das fremde Kapitalgeber aus deutschen Schlüsselunternehmen fern halten sollte. Jetzt werben verzweifelte Unternehmer um kapitalkräftige Investoren. Gerne werden in diesen Tagen reiche Scheichs vom Persischen Golf als willkommene Retter eingeladen, die zuvor ausgesperrt werden sollten.

In dieser Kriese geschieht noch mehr: Gewaltige Vermögen wie das von Madeleine Schickedanz, erworben von den Eltern im Wirtschaftswunder, zerfallen im Zeitalter der Subprime-Papiere zu Staub. Ein diskretes Haus wie die feine Bank Sal. Oppenheim muss die Bücher neuen Geldgebern öffnen. Maria-Elisabeth Schaeffler gelingt die Übernahme von Conti – oder sie wird, auch mit Hilfe der dortigen Politik, in Hannover vom Hof gejagt. Die Piechs und Porsches haben die Klitsche Porsche preisgegeben und sich beim Riesen VW breitgemacht.

Triumph und Niederlage sind die Kinder der Krise.

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Volksfest in Dachau













Der Artikel zu meinen Fotos: Relative Ruhe

Letztes Foto: In der Kutsche fährt der Oberbürgermeister von Dachau, Peter Bürgel, nebst Gattin vor. Peter Bürgel (CSU) gewann 2002 die Nachwahlen zum Bürgermeister. Nachwahlen deshalb, weil zuvor bei den Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen Stimmzettel in großer Anzahl zugunsten einiger Kandidaten der CSU manipuliert wurden. Der Wahlfälschungsskandal von Dachau im Jahre 2002 ist der größte bekannt gewordene Fall von Wahlfälschung in der Bundesrepublik Deutschland.

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Volksfest in Dachau













Der Artikel zu meinen Fotos: Relative Ruhe

Wenn ich diese Fotos veröffentliche, verstoße ich dann gegen Persönlichkeitsrechte? Ich meine, wer sich im öffentlichen Leben (zudem bei einen traditionellen Umzug) so darstellt, muss damit rechnen, in die Medien zu geraten. Ganz sicher zeigen meine Fotos die ehrbaren Bürger der Stadt. Aber ich kann mir nicht helfen, gepflegte Traditionen gehen häufig mit geringer Toleranz einher. Alles was fremd ist begegnet man mit Mißtrauen. Natürlich, ich pauschalisiere. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Dachau Vertriebene angesiedelt, was die Bevölkerungszahl der Stadt um ein Drittel anwachsen ließ. Der Großteil der Vertriebenen stammten aus dem Egerland und der Stadt Karlsbad (heute Karlovy Vary in Tschechien).

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Volksfest in Dachau













Der Artikel zu meinen Fotos: Relative Ruhe

Im Jahre 2005 feierte Dachau sein 1200-jähriges Stadtjubiläum. Traditionen werden hier ganz groß geschrieben. Nun wohne ich, abgesehen von ein paar kleinen Unterbrechnungen, seit 20 Jahren in der Stadt. Aber ich bin hier niemals wirklich heimisch geworden. Durch Zuzug von “Außen” ist die Einwohnerzahl der Stadt inzwischen auf über 42.000 angestiegen. Aber Dachau gehört nach wie vor den Dachauern. Oder sagen meine Fotos etwas anderes?

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