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1930 bis 1946

Warren Buffet wurde am 30. August 1930 in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska geboren. Sein Vater war der Broker und spätere Kongressabgeordnete Howard Buffett. Bereits im Alter von 6 Jahren verdiente Buffett sein erstes Geld, in dem er 6er Packungen Coca-Cola zum Preis von 25 Cent einkaufte und die einzelnen Flaschen für jeweils 5 Cent verkaufte. Die damit erzielte Gewinnspanne von 20 Prozent wurde für sein ganzes Leben zu einer Art Zielmarke.

Im Alter von 11 Jahren erwarb er seine ersten drei Aktien vom Unternehmen seines Vaters. Dazu arbeitete er unter anderem als Zeitungsjunge und verkaufte gebrauchte Golfbälle. Bereits mit 14 Jahren erzielte er Gewinne aus Aktienhandel, die es ihm erlaubten verschiedene Grundstücke in Omaha zu erwerben.

1947 bis 1956

Zwischen 1947 und 1950 absolvierte Warren Buffett ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten von Pennsylvania und Nebraska. 1951 erwarb er an der Columbia University in New York einen Master in Economics. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst im Unternehmen seines Vaters der Buffett-Falk & Company.

Zur gleichen Zeit belegte er einen Dale-Carnegie-Kurs für Kommunikation und Menschenführung und hielt bereits kurze Zeit später Vorlesungen an der University of Nebraska zu den verschiedenen Prinzipien des Investments. Im Jahre 1954 erhielt er ein Angebot seines ehemaligen Lehrers Graham und wechselte als Wertpapieranalyst in dessen Brokerunternehmen Graham-Newman.

1956 bis 1969

Im Jahre 1956 zog sich Graham aus dem Unternehmen zurück und Waren Buffett gründete im Alter von gerade mal 25 Jahren die Kommanditgesellschaft Buffett Partnership. Bereits in wenigen Jahren stieg der Pool an Investoren und Teilnehmern kräftig an. Zwischen 1956 und 1969 erzielten die Anleger ein durchschnittliches Ergebnis von 29,5 Prozent, wobei Buffett 25 Prozent des über 6 Prozent hinausgehenden Gewinnes einstrich.

Für die Anleger wurden innerhalb dieses Zeitraums aus 10.000 Dollar 150.000 Dollar. Wäre die Summe innerhalb dieses Zeitraums in den Dow-Jones-Index investiert worden, hätte die Auszahlung lediglich 15.000 Dollar betragen. Gegen Ende der 1960er Jahre war Buffett zunehmend durch die auf immer mehr kurzfristige Gewinne ausgerichtete Wall Street beunruhigt. So schrieb er seinen Anlegern bereits 1967, dass er mit aktuell herrschenden Bedingungen nichts mehr anfangen könne.

1969 bis 1979

Warren Buffett war konsequent und löste den Investorenpool 1969 auf. Er machte den Anlegern ein Angebot deren angelegtes Geld in Anteile der von 1965 von ihm erworbenen Berkshire Hathaway zu tauschen. Der Wert eines solchen Anteils betrug 1967 ganze 42 Dollar. Bis zum Jahre 2007 ist dieser auf 150.000 Dollar gestiegen.

Buffett nutzte die Berkshire Hathaway in der Folge als Investitionsvehikel, das er im Laufe der Jahre von einem Textilunternehmen in eine Holdinggesellschaft umwandelte. Schwerpunkt der Holding war das Versicherungsgeschäft. Derzeit besteht die Holdinggesellschaft aus 66 Unternehmen und einer Vielzahl von weiteren Beteiligungen.

Anfang der 1970er Jahre besaß Buffett neben Berkshire Hathaway noch weitere Beteiligungen an Diversified Retailing und Blue Chip Stamps, welche er zu einem späteren Zeitpunkt mit Berkshire Hathaway fusionierte. Hauptgrund für die Fusion waren Ermittlungen der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, die Buffett einen Interessenkonflikt unterstellten, da es sich bei Blue Chip Stamps ebenfalls um einen Holdinggesellschaft handelte.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Warren Buffett 1972 bekannt, als der bekannte Buchautor Adam Smith ihm und Benjamin ein komplettes Kapitel in seinem Buch „Supermoney“ widmete.

In den Jahren 1973/1974 kam es an der New Yorker Börse zu den schlimmsten Kursverlusten seit dem „Schwarzen Freitag“. Aufgrund der Börsenkrise Ende der 1960er Jahre waren viele Anleger auf sichere Aktien von Unternehmen mit guten Gewinnen umgestiegen. Dies führt dazu, dass die Aktienwerte dieser Unternehmen in die Höhe schossen.

Gegen Ende 1974 meldete sich Buffett im Magazin Forbes zu Wort und gab allen Anlegern den Rat jetzt zu investieren, um schnell reich zu werden. Er selbst hatte bereits vor eine größere Anzahl an Beteiligungen erworben. Dabei erwiesen sich besonders die Beteiligungen an der Washington Post sowie dem Süßwarenhersteller See’s Candies als hochprofitabel. 1977 trennte sich Buffetts Frau Susan nach 25-jähriger Ehe und zog nach San Francisco. Die beiden bleiben jedoch bis zu ihrem Tod 2004 gute Freunde und Geschäftspartner.

Ab 1980

In den 1980er Jahre erregte Buffett Aufmerksamkeit, indem er größere Aktienbestände von Coca-Cola, Gilette und American Express aufkaufte. Mit einem Aktienanteil von 8 Prozent ist er heute der größte Anteilseigner von Coca-Cola. Dazu erwarb er über seine Holding Berkshire Hathaway auch immer wieder komplette Unternehmen wie den sehr erfolgreichen Hersteller von Möbeln Nebraska Furniture Mart.

In den Schlagzeilen war Buffett zudem durch die Rettung des amerikanischen Bankhauses Salomon Brothers. Dieses war aufgrund eines Skandals bei der Versteigerung von amerikanischen Staatsanleihen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Schaffen und Wirken

Seine Holding Berkshire Hathaway

Als Warren Buffett 1969 seinen Investmentpool auflöste, hatte er das noch vorhandene Kapital bereits wieder in größtenteils textilfremden Beteiligungen investiert. So kaufte er die Versicherung National Indemnity sowie die Illinois National Bank&Trust Bank. Dies war ein typisches Verhalten Buffetts, dass er bereits 1962 beim Kauf der Mehrheitsanteile an Dempster Mill gezeigt hatte. Bringt das Unternehmensgeschäft keine aussichtsreichen Gewinne, wird das Kapital in vielversprechende Beteiligungen investiert.

Der Schwerpunkt von Berkshire Hathaway liegt heute in verschiedenen Eigengesellschaften, die in über 60 unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig sind. Dazu besitzt die Holding passive Beteiligungen und ist im Erst- und Rückversicherungsgeschäft tätig. Dazu gehört mit GEICO der fünftgrößte KFZ-Versicherer der USA und mit General R der weltweit viertgrößte Rückversicherer.

Das Vermögen von Buffett wird aktuell auf etwa 44 Milliarden Euro geschätzt und besteht zu fast 100 Prozent aus seiner Beteiligung an Berkshire Hathaway. Damit gilt Buffett nach Carlos Slim Helú und Bill Gates als drittreichster Mann der Welt. Trotz der Größe schafft er es nach wie vor, ein überdurchschnittliches Anlageergebnis zu erzielen. Dies ist zwar seit 1969 gesunken liegt jedoch immer noch bei jährlich 20,2 Prozent. Die Jahreshauptversammlungen der Holding wurden zuletzt von etwa 37.000 Menschen besucht und werden deshalb auch als „Woodstock für Kapitalisten“ bezeichnet.

Anlagegrundsätze von Warren Buffett

Einer der zentralen Punkte in der Anlagestrategie Buffets ist das Konzept der „Sicherheitsmarge“. So gibt er Anlegern den Rat beim Kauf einer Aktie deren inneren Wert zu ermitteln. Anschließend sollten Anleger ermitteln, ob dieser Wert geringer ist, als der zu dem das Papier an der Börse gehandelt wird. Dieser innere Wert hängt dabei von mehreren objektiven Faktoren wie dem Liquidationswert des Unternehmens, Kurs Buchwert-Verhältnis, Verschuldungsgrad oder der in der Vergangenheit vorhandenen Ertragskraft ab.

Die gesamte Anlagestrategie Buffetts beruht zum großen Teil auf den Grundsätzen seines Lehrers Graham. Was die Ermittlung des inneren Werts betrifft, legt Buffett im Gegensatz zu Graham jedoch mehr Wert auf subjektive Elemente. So ist er beispielsweise Bereit einen deutlich über dem Buchwert liegenden Preis für ein Unternehmen zu bezahlen, wenn gegenüber dem dessen Vorsitzenden ein entsprechendes Vertrauen besteht. Dabei lässt Buffet diesem auch nach dem Kauf nahezu alle Freiheiten in der Hoffnung, dieser möge noch möglichst lange weiterarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Grundsatz von Buffett ist, nur in solche Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsfelder man auch wirklich versteht. So hat er beispielsweise kaum in Unternehmen der Technologieunternehmen investiert, da er seiner Meinung nach so gut wie nichts von Technik verstehe. Dies war auch der Grund, warum Buffett 1997 eine Beteiligung an Microsoft ablehnte, obwohl er eng mit Bill Gates befreundet ist.

Bekanntermaßen hegt Buffett eine große Abneigung gegen eine Verschuldung. So sagte er einmal, dass selbst eine 99 prozentige Chance auf eine Rendite nicht das Risiko von einem Prozent rechtfertigt, durch die Investition in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Stiftungen und Initiativen von Warren Buffett

Bereits 2006 hatte Buffett angekündigt 85 Prozent seines Vermögens auf fünf Stiftungen aufteilen zu wollen, wobei ein Großteil an die Bill & Melinda Gates Foundation gehen soll. Zudem gab Buffett vor Kurzem bekannt, dass er 99 Prozent für wohltätige Zwecke hinterlassen werde. Mit seinem engen Freund Bill Gates startete er 2010 die Kampagne „The Giving Pledge“, was so viel bedeutet wie „Das Versprechen etwas herzugeben“.

Von den rund 37 Milliarden Dollar, die Buffett den fünf Stiftungen zugesagt hat gegen etwa 30 Milliarden Dollar an die Bill & Melinda Gates Foundation. Der restliche Betrag werde in die vier eigenen Stiftungen Susan Thompson Buffett Foundation, Howard G. Buffett Foundation, Susan A. Buffett Foundation sowie die NoVo Foundation gehen. Die Anteile sollen dabei über mehrere Jahre überschrieben werden.

Zitate

„Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt.“

„Wer sich nach den Tipps von Brokern richtet, kann auch einen Friseur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt.“

„Wie erkennt man, wann man am besten Aktien kauft: Die Tatsache, dass Leute gierig, ängstlich und töricht sind, lässt sich sehr wohl voraussehen. Nicht jedoch in welcher Reihenfolge.“

„Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten überzeugt bin.“

„Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.“(im Original: Risk comes from not knowing what you’re doing).

„Warum soll ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?“

„Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind.“

„Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen.“

„Regel eins lautet: Nie Geld verlieren. Regel zwei lautet: Vergesse nie die Regel Nummer eins.“

„Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst.“

„Zeit ist der Freund von wunderbaren Unternehmen und der Feind von mittelmäßigen Unternehmen.“

„Wenn die Geschichte alle Antworten lieferte, würde sich die Forbes-400-Liste der Reichsten der Welt aus Bibliothekaren zusammensetzen.“

„Man sollte nur in Firmen investieren, die auch ein absoluter Vollidiot leiten kann, denn eines Tages wird genau das passieren!“

„Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen.“

Was wir von Warren Buffett lernen können

Geduld zahlt sich aus

Geduld zu haben ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Strategie von Warren Buffett. Er bewertet eine Firma genau und kauft nur dann, wenn der von ihm ermittelte Wert höher ist, als der zu dem Die Aktie an der Börse gehandelt wird. Doch Geduld ist nicht nur beim Einstieg, sondern auch während des Investments gefragt. Es kann oftmals Jahre dauern, bis die Unterbewertung einer Aktie auch anderen Anlegern auffällt und die Kurse steigen. Ungeduldige Anleger steigen oftmals zu früh aus und verpassen dadurch die Möglichkeit auf die besten Gewinne.

Ein Beispiel sind die Aktien von Turbon, einem Hersteller von Tonern und Farbbändern. Das Unternehmen ist aufgrund seines hohen Eigenkapitals und des niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits seit Jahren auf der Liste von Buffett. Durch ein Übernahmeangebot stieg der Kurs nun innerhalb weniger Wochen um mehr als 40 Prozent.

Beschäftige dich nur mit Dingen, die du auch verstehst

Was für den Bereich des Investments gilt, lässt sich auch auf andere Dinge des Lebens ableiten. Egal ob es um eine Selbstständigkeit oder eine Anlage geht. Nur wenn man selbst etwas von der Materie versteht, lassen sich mögliche Risiken erkennen und angemessen darauf reagieren.

Niemals mit der Masse schwimmen

Auch dies ist eine Meinung von Warren Buffett die er immer wieder betont. Auf das Börsenparkett bezogen ist damit gemeint, dass Anleger nie eine Aktie kaufen sollten, für die sich auch die breite Masse interessiert. Wer etwas kauft, dass sehr beliebt ist, wird damit nur wenig Erfolg haben. Bestes Beispiel hierfür sind die Aktien der Deutschen Telekom. Als der Hype der Aktie auf dem Höhepunkt war und nahezu jeder eine T Aktie haben wollte, konnte damit nahezu nichts mehr verdient werden.

Dieser Grundsatz lässt sich auch auf das allgemeine Geschäftsleben übertragen. Wer als Unternehmen Nischen erkennt und diese gut vermarktet, wird deutlich bessere Erfolge erzielen als beim Nacheifern von bereits vorhandenen Geschäftsideen.

Informationen sind alles

Eine der wichtigsten Regeln von Warren Buffet ist, sich im Vorfeld einer Investition genau zu informieren. Wer investiert, sollte sich dabei immer auf sein eigenes Wissen verlassen können. Im Umkehrschluss lässt sich daraus ableiten, dass es ein großer Fehler ist, sich aufgrund der Meinung von anderen für eine Anlage zu entscheiden. Auch dieser Grundsatz gilt auch für viele Dinge des täglichen Lebens. Menschen sollten generell nur dann etwas tun, wenn sie auch selbst davon überzeugt sind und die Chancen und Risiken eigenständig einschätzen können.

Immer Ordnung halten

Für Anleger gibt Warren Buffett die Empfehlung, sich auf einzelne Investments zu konzentrieren. So sollten sich die Papiere eines Depots ergänzen und ein Risiko so gering als möglich halten. Buffett vergleicht dies mit der Arche Noah und warnt davor, dass ein Depot einem bunt gemischten und nicht aufeinander abgestimmten Zoo ähnelt. Auch aus diesem Ratschlag lässt sich etwas für das eigene Leben ableiten. Wer sich mit zu vielem Unterschiedlichen gleichzeitig beschäftigt, läuft in Gefahr sich zu verzetteln und wichtige Dinge zu übersehen bzw. mögliche Gefahren nicht zu erkennen.

Sich immer nach den Besten richten

Wer etwas besonders gut machen möchte, sollte sich in seinem Handeln immer nach den Besten richten. Gemeint ist damit genau Ausschau zu halten wer besonders erfolgreich in einem Bereich ist um dann zu ermitteln was diejenige Person anders macht als die anderen. Denn es gibt immer einen Grund für Erfolg und Glück spielt dabei zumeist nur eine untergeordnete Rolle.