Seite auswählen

Der private Anleger interessiert sich nicht mehr nur für die Zinsen auf seinem Sparbuch oder für die Konditionen von Bundesanleihen, sondern erkennt zunehmend die langfristigen Vorteile einer Aktie. Denn deren Wertentwicklung übertrifft auf Dauer die Performance von Anleihen und erst recht die von Geldmarktanlagen. Nicht zuletzt spricht der globale Wirtschaftstrend für die Aktie. Tatsächlich gibt es eine Fülle von Entwicklungen, die auch einem breiteren Anlegerpublikum deutlich machen:

An der Aktie kommt man heute nicht mehr vorbei. Ob sinkenden Zinsen oder die leeren Versprechen der Banken und Versicherungen: für den mündigen Bürger wird es Zeit, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Die Börse und der Handel mit Aktien ist keineswegs ein Buch mit sieben Siegeln. Nie waren die Möglichkeiten, sich über die Börse zu informieren, besser als heute, und der private Anleger kann sich wie nie zuvor direkt oder indirekt an der Börse engagieren. Dafür ist kein Studium der Betriebswirtschaft nötig, vielmehr ist der gesunde Menschenverstand gefragt. Ein wenig Zeit zum lernen sollte man sich nehmen. Aber das war es dann auch schon.

Qualität

Das oberste Gebot bei der Aktienauswahl ist die Qualität der Unternehmen, in die man investiert. Das sauer verdiente Geld sollten Sie ausschließlich großen und etablierten Firmen anvertrauen. Das heißt Unternehmen, die zum einen über eine gewisse finanzielle Größe verfügen, zum anderen möglichst eine marktführende Position in der jeweiligen Branche einnehmen. Vor allem aber müssen diese Unternehmen in einem Bereich tätig sein, der gegenüber den Konjunkturschwankungen der Wirtschaft möglichst resistent ist. Denn nur so ist ein dauerhaftes und konstantes Wachstum möglich. Ein Beispiel: Wer verzichtet in wirtschaftlich schlechten Zeiten auf dringend benötigte Medikamente? Deshalb gehört die Pharmabranche zu den typischen Wachstumsbranchen. In stark konjunkturabhängigen Branchen wie Stahl, Maschinenbau oder in der Automobilindustrie muss man dagegen Wachstumstitel mit der Lupe suchen.

Zeit

Die Aktienanlage sollte – ähnlich wie die Investition in Immobilien – langfristig gesehen werden. Kurzfristig kann es an den Börsen immer zu stärkeren, nicht vorhersehbaren Schwankungen kommen. Betrachtet man jedoch eine Aktie langfristig, dann spiegelt der Kursverlauf des Papiers eindeutig die Entwicklung des jeweiligen Unternehmens und nicht die äußeren Einflüsse wider. Deshalb sollte man seinen Wachstumsaktien einen Anlagezeitraum von mindestens fünf, besser noch zehn Jahren zugestehen. Ein kürzerer Zeitraum kann selbst bei Qualitätsaktien zu einer Spekulation werden.

Mix

Neben der Qualität der Unternehmen und des langfristig ausgerichteten Anlagehorizonts sollte man bei der Aktienanlage noch einen weiteren wichtigen Punkt beachten: die Depotmischung. Es ist wichtig, das Risiko auf zehn verschiedene Wachstumsaktien zu verteilen, um Schwächephasen einzelner Papiere abfedern zu können. Wichtig ist auch, nicht nur auf eine Branche zu setzen, sondern in mehrere Branchen zu investieren. Bereiche, auf die man in einem gut gemischten Depot nicht verzichten kann, sind die Bereiche Essen und Trinken, Marken, Medizin, Energie und Hightech. Verfügt das Depot über eine ausgewogene Branchenmischung, ist es kein Problem, wenn ein einzelner Bereich streckenweise unter Druck gerät. Anleger mit einem guten Branchenmix sitzen diese Phasen locker aus, weil sich die Schwäche einzelner Aktien nicht so stark auf das Gesamtdepot auswirkt.