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Die Entscheidung ob ein Anlege eine national oder international ausgerichtete Risikoverteilung verfolgen will, ist abhängig von der Risikoneigung, Depotgröße und der relativen Attraktivität der Heimatmärkte im Vergleich zu den ausländischen Märkten. Solange die inländischen Märkte und die eigene Währung günstige Perspektiven aufweisen, gibt es für den Anleger weniger Anlass für eine internationale Ausrichtung des Depots. Von einem international ausgerichteten Depot erwartet der Anleger eine höhere Performance und eine bessere Risikoverteilung. Deshalb nimmt er den ggf. größeren Arbeits- und Kostenaufwand in Kauf, der mit dem Management eines international strukturierten Depots verbunden ist.

Achtung! Es ist weder nötig noch sinnvoll, ein internationales Wertpapier-Portefeuille aus hundert verschiedenen Papieren zusammenzustellen. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, die Auswahl von 10 bis 15 Aktien garantiert eine ausreichende Risikoverteilung. Eine noch größere Anzahl von Werten führt zu keiner nennenswerten Risikominderung, sondern erhöht in überproportionaler Weise die Kosten, das Depot zu überwachen und zu managen.

Bonitätsrisiko: Das Bonitätsrisiko kann durch die Erhöhung der Titelqualität (z.B. nur erstklassige Anleihen oder Standard-Aktien) verringert werden. Informationen über die Anlagequalität liefern beispielsweise im Bereich der Anleihen verschiedene Rating-Agenturen. Diese überwachen die Anleihe bis zur Rückzahlung und passen ihr Urteil den veränderten Kriterien an. Mit Hilfe der Ratings wird die Wahrscheinlichkeit bewertet, daß ein Schuldner die mit dem von ihn emittierten Anleihen verbundenen Zins- und Tilgungszahlungen rechtzeitig und im vollen Umfang erfüllen wird. Die Bewertungsskala geht von „Tripple A“ für Anleihen bester Bonität bis „C“ für hochspekulative junk bonds (Schrottanleihen).

Achtung! Das Rating ersetzt nicht Ihre Urteilsbildung als Anleger und ist nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung für bestimmte Anleihen zu verstehen. Das Rating soll Sie lediglich bei Ihrer Anlageentscheidung unterstützen.

Liquiditätsrisiko: Gegen das Liquiditätsrisiko kann sich der Anleger nur schützen, indem er bei allen Anlagen auf eine gute Marktgängigkeit (Marktbreite) achtet oder zumindest den Anteil der weniger liquiden Anlagen in einem vertretbaren Rahmen hält.

Währungsrisiko: Das Währungsrisiko lässt sich beispielsweise mit einem Devisen-Termingeschäft (Verkauf der fremden Währung auf Termin) ausschalten. Auch können Put-Währungsoptionsscheine einen mehr oder weniger großen Währungsschutz bieten.
Inflationsrisiko: Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle und zum Teil auch Aktien, haben sich erfahrungsgemäß als wirksamer Schutz gegen das Inflationsrisiko erwiesen.

Portefeuille-Risiko: Am häufigsten wird in der Praxis die Diversifizierung, d.h. die Streuung auf verschiedene Märkte und Anlageformen als Anlagestrategie eingesetzt, die ohne aufwendige mathematische Unterstützung auskommt, und zu einer Reduzierung des Portefeuille-Risikos führt. Die Diversifizierung kann nach Länder, Emittenten, Branchen, Währungen und Umfang der Investition erfolgen.

Politisches Risiko: Das Politische Risiko wird ganz regelmäßig unterschätzt. Dieses kann im Land des Anlegers (innenpolitisches Risiko) oder im Land der Anlage (außenpolitisches Risiko) liegen. In beiden Fällen können z.B. Änderungen in der Gesetzgebung (Steuerrecht) die Anlage treffen.

Aktive Absicherungsstrategie: Die Risikoabsicherung erfolgt beispielsweise durch den Erwerb von Aktienindex-Optionsscheinen oder den Einsatz von Optionen und Futures. Durch den Einsatz dieser Instrumente können zahlreiche Kurs-, Markt-, Zins- und Währungsrisiken eliminiert oder zumindest erheblich reduziert werden. Da aber jede Absicherung (im Gegensatz zur Risikominderung) mit Nachteilen wie Prämienzahlungen, Beschränkung des Gewinnpotentials oder Einengung des Handlungsspielraums verbunden ist, sollte sie nur gezielt vorgenommen werden.