Thomas Kristan Das Risiko zu scheitern ist nicht größer als die Chance zu gewinnen!

13Jan/070

Confoederatio Helvetica

Die offizielle Bezeichnung der Schweizerischen Eidgenossenschaft lautet Confoederatio Helvetica und kommt aus dem Lateinischen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Als Land mit vier Sprachen musste ein Konsens gefunden werden. Die Abkürzung CH wird auch als Nationalkennzeichen an Autos verwendet. Ebenfalls zu finden ist die offizielle Bezeichnung auf den meisten Münzen und allen Banknoten.

Bundesstaat

Auf der Welt gibt es etwa 30 Staaten mit föderativem Aufbau. Die Schweiz ist der kleinste föderative Staat. Mit 26 Teilstaaten (Kantonen) und 4 Landessprachen ist er aber einer der komplexesten. Seit 1848 ein Bundesstaat mit demokratisch parlamentarischem Aufbau, ist die Schweizerische Eidgenossenschaft ein Willensstaat, der neutral betrachtet in keiner Hinsicht eine Einheit bildet. Dies weder ethnisch, sprachlich noch religiös. Die Bundesverfassung von 1848 wurde erstmals 1874 komplett revidiert, anschliessend immer wieder angepasst und ergänzt und liegt nun seit dem 1. Januar 2000 in der aktuellen modernisierten Form vor. Darin sind die Kompetenzen des Bundes mehr oder weinger klar festgesetzt.

Eidgenossenschaft

Dieses System ist weltweit einzigartig und beruht darauf, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft eine Willensnation ist. Eine Willensnation deshalb, weil alle Kantone aus freien Stücken beschlossen haben Teil des Staatenbundes, bestehend aus 23 Kantonen, zu werden. Die wichtigsten, ch-typischen Punkte des Systems sind die Direkte Demokratie und der stark ausgeprägte Föderalisums. Die direkte Demokratie gibt dem Volk die Möglichkeit mit verschiedenen Mitteln direkten Einfluss auf die Regierungstätigkeit von Bund und Kantonen zu nehmen. Der Föderalismus spiegelt sich in einer hohen Autonomie der Kantone und deren Einfluss auf und deren Beteligung an der Politik des Bundes wieder.

Kantone

In der Schweiz gibt es verschiedensprachige Kantone. Es gibt Kantone, die praktisch nur aus einer Stadt bestehen (Kanton Genf) oder fast nur aus Bergen und Tälern, wie der Kanton Uri. Im kleinen Halbkanton Basel-Stadt mit seinen 37 qkm leben mehr Menschen (188.500) als im Kanton Graubünden (7.105 qkm), in dem sich die 186.000 Einwohner auf 150 Täler verteilen.

Der Kanton Zürich hat über eine Million Einwohner, andere Kantone füllen mit ihrer Bevölkerung lediglich ein kleines Fußballstadion (Kanton Appenzell Innerrhoden mit 14.900 Einwohnern). Es gibt ältere und jüngere Kantone: Der jüngste ist der Kanton Jura, der sich 1979 vom Kanton Bern trennen konnte, nachdem diese Trennung 1978 per Abstimmung beschlossen worden war.

Jeder Kanton hat seine eigene Verfassung, eine Regierung und ein Parlament. Die Gesetzgebung ist ebenso eigenständig, die natürlich mit denen des Bundes kompatibel sein muss. Die Verwaltungsautonomie und die Freiheit für Entscheidungen sind sehr groß. Zum Beispiel hat jeder Kanton seine eigene Polizei und jeder Kanton bestimmt selbst die Höhe der Steuern.

Mitten in Europa

Die Schweiz liegt zwar geografisch nicht genau mitten in Europa, spielt jedoch mindestens in verkehrstechnischer Hinsicht eine zentrale Rolle: Durch die Alpen führt die zentrale europäische Verbindung von Norden nach Süden. Außerdem grenzt die Schweiz im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein, im Westen an Frankreich und im Süden an Italien. Auf diese Weise treffen in der Schweiz drei große europäische Kulturen aufeinander, nämlich die deutsche, die französische und die italienische.

Die Fläche der Schweiz beträgt 41.285 Quadratkilometer. Die größte Nord-Süd-Distanz beträgt in der Schweiz 220 Kilometer. Um diese Distanz zu überwinden braucht man vier Stunden mit dem Zug und drei Stunden mit dem Auto. Von Westen nach Osten sind es 350 km. Auf einer Fahrt von drei bis vier Stunden kann die Landessprache zwei-, drei- oder sogar viermal wechseln. Es gibt in der Schweiz nichts, was man nicht auch in andern Ländern sehen kann. Finnland hat mehr Seen, die Gletscher in Island sind größer, die Berge in Nepal höher, in Italien sieht man mehr Aprikosenbäume. Aber in der Schweiz liegt das alles nah zusammen. Auf einer Bahnfahrt von 2 bis 3 Stunden sieht man ganz unterschiedliche Landschaften. Die Schweiz ist sehr dicht bevölkert: Im Durchschnitt leben auf einem Quadratkilometer 183 Menschen. Je nach Region gibt es jedoch große Unterschiede: So leben in den Alpen, die flächenmäßig einen großen Teil des Landes abdecken, nur gerade 10% der gesamten Bevölkerung.

Schweizer Kontraste

Der tiefste Punkt ist Ascona, 196 Meter über Meer. Hier wachsen Palmen und es herrscht mediterranes Klima. Der höchste Punkt ist die Dufour-Spitze, 4.634 Meter, mit arktischem Klima. Ascona und Dufour-Spitze liegen 70 km (Luftlinie) auseinander. Das Wallis ist ein Bergkanton, berühmt durch das Matterhorn und den 24 km langen Aletschgletscher. In den Tälern wachsen Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten und Trauben. In Stalden (Kanton Wallis) gibt es so wenig Regen wie in der Steppe, 52 Zentimeter im Jahr. Im Monte Rosa-Gebiet nur 40 km von Stalden entfernt sind es dagegen 400 Zentimeter.

Schweizer Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft stützt sich auf hochqualifizierte Arbeit und gut ausgebildete Arbeitskräfte. In der Schweiz arbeiten die meisten Erwerbstätigen in kleineren und mittleren Betrieben, die für die Wirtschaft des Landes eine enorm wichtige Rolle spielen. Die Zeiten des unbeschränkten Wachstums sind jedoch auch in der Schweiz vorbei, und die Angst vor der Arbeitslosigkeit gehört seit mehreren Jahren zu den Hauptsorgen der Schweizer Bevölkerung.

Schweizer Unternehmen sind international außerordentlich wettbewerbsfähig. In verschiedenen Bereichen werden bis zu 90% der Güter und Dienstleistungen exportiert. Die bekanntesten Exportartikel sind Uhren, Schokolade und Käse. Wichtiger für den Export sind jedoch Erzeugnisse aus der Maschinen-, Elektronik- und chemischen Industrie. Diese machen zusammen mehr als die Hälfte der Exporteinnahmen aus.

Neben diesen “sichtbaren" Gütern sind auch Beratungsdienste, Versicherungen und Tourismus wichtige Bestandteile der Schweizer Exportwirtschaft. Die wichtigsten Handelspartner der Schweiz sind Länder aus der EU. Der wichtigste Partner ist Deutschland, aber auch zu Frankreich, Italien und Großbritannien unterhält die Schweiz intensive Handelsbeziehungen.

Schweizer Banken

Banken und Finanzinstitute spielen eine wichtige Rolle in der Schweizer Wirtschaft. Der Schweizer Geld- und Kapitalmarkt ist auf der ganzen Welt ein Begriff. Die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gehören weltweit zu den führenden Banken. Im Jahr 2002 arbeiteten mehr als 118.000 Menschen im Bankensektor. Eine äusserst wichtige Funktion haben die Schweizer Banken im "Private Banking", der Vermögensverwaltung für Einzelpersonen. So erwirtschaften die UBS und die Credit Suisse mehr als einen Drittel ihres Gewinns in diesem Sektor. Die Schweiz als Zentrum des “Private Banking” lockt auch ausländische Banken an: So haben u.a. die Deutsche Bank und Barcleys in Genf Zentren für ihre Private Banking Aktivitäten eingerichtet.

Es gibt in der Schweiz verschiedene Privatbanken: Im Jahr 2003 waren es 13. Diese Banken sind meistens im Besitz wohlhabender Einzelpersonen, welche die volle Verantwortung für die Aktivitäten ihrer Bank tragen. Die Schweiz verfügt auch über ein Netz von genossenschaftlich organisierten Banken. Die 537 Filialen der Raiffeisen-Gruppe arbeiten autonom, die Mitglieder entscheiden gemeinsam über die Geschäftstätigkeit ihrer Bank und tragen auch gemeinsam die Verantwortung für die Geschicke der Bank.

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11Jan/070

7 Mythen über Schweizer Bankkonten

1. Schweizer Bankkonten sind nur für Millionäre

Das stimmt nicht. Die Mehrheit aller Bankkunden in der Schweiz sind keine Großindustriellen oder berühmte Filmsterne, sondern ganz normale Leute (Geschäftsleute, Angestellte, Beamte und so weiter). Schweizer Banken sind nicht mehr nur für Prominente da. Sie können ein Schweizer Girokonto ohne Mindestguthaben eröffnen.

2. In der Schweiz angelegtes Geld bringt keine Zinsen ein

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Sie können Ihr Geld von Ihrem Konto in der Schweiz aus weltweit anlegen, z. B. in Investmentfonds, festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, wertvolle Metalle, Rohstoffe, Derivative und viele andere Anlageprodukte. Schweizer Bankiers gehören zu den besten Finanzverwaltern der Welt, es ist also kein Wunder, dass Schweizer Bankiers über 35 % der Offshore-Vermögen verwalten.

3. Es ist unmöglich, ein Konto in der Schweiz per Post zu eröffnen

Das stimmt nicht. Eine Bankverbindung können Sie ganz bequem auf den Postweg eröffnen. Außerdem können Sie alle Ihre Bankangelegenheiten schriftlich, telefonisch, mit Internet-Banking, per Überweisung und mit Kreditkarten abhandeln. Bei größeren Vermögenswerten empfielt es sich, dass sie sich mindestens ein Mal mit ihrem Bankier treffen, um ihn kennenzulernen und zu sehen, wo ihr Geld verwahrt wird.

4. Die Führung eines Schweizer Bankkontos ist sehr teuer

Das stimmt nicht. Ein Girokonto mit Telefon- und Internetbanking ist nicht teurer als in Deutschland. Selbst wenn Sie zusätzliche Dienste beanspruchen, wie zum Beispiel Postzurückbehaltung oder die Führung eines Nummernkontos, sind die zusätzlichen Gebühren nicht mehr als angemessen.

5. Ein Schweizer Bankkonto lässt sich nur sehr schwer kündigen

Im Gegenteil: Sie können Ihr Schweizer Konto problemlos kündigen, zu jedem gewünschten Zeitpunkt und ohne irgendwelche Einschränkungen. Es gibt keine Strafgebühr. Sie brauchen gegebenenfalls nur Ihre Anlagen flüssig zu machen. Bei Schweizer Banken können Sie im Gegensatz zu vielen Onshore-Banken frei und ungehindert über Ihr Geld verfügen.

6. Schweizer Bankkonten sind vor allem bei Verbrechern und Diktatoren beliebt

Mit Sicherheit nicht! Die übergroße Mehrheit der Inhaber eines Schweizer Kontos sind ehrliche Leute, die Ihre Ersparnisse in einem für seine Stabilität bekanntem Land in Verwahrung geben möchten. Schweizer Banken stehen Politikern, die ein Konto eröffnen möchten, äußerst mißtrauisch gegenüber und sie lehnen systematisch Geld ab, das aus zweifelhafter Quelle stammt oder unzureichend belegt ist.

7. Ein Nummernkonto ist anonym

Es gibt in der Schweiz keine anonymen Konten. Ein Nummernkonto ist ein Konto, das durch eine Nummer an Stelle eines Namens gekennzeichnet ist, so dass bei Kassentransaktionen und Überweisungen die höchstmögliche Diskretion gewährleistet ist. Die Identität eines Nummernkontoinhabers ist nur dem Kontoverwalter und einer Handvoll ausgewählter Leute bekannt.

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9Jan/070

Das Schweizer Bankgeheimnis

Schweizer Bankiers sind dazu verpflichtet, alle Informationen über Sie oder Ihr Konto streng vertraulich zu behandeln. Dieses Bankgeheimnis ist eines der strengsten der Welt und wurzelt in einer Jahrhunderte alten historischen Tradition. Das Bankgeheimnis ist fest in der schweizerischen Gesetzgebung verankert. Ein Bankier, der ohne Ihre Einwilligung Angaben über Sie offenlegt, riskiert eine mehrmonatige Gefängnisstrafe. Die einzigen Ausnahmen zu dieser Regel bilden schwere Straftaten, wie zum Beispiel Waffenschmuggel oder Drogenhandel.

Für Steuerhinterziehung wird das Bankgeheimnis nicht gelüftet. Der Grund dafür ist, dass die Nichtmeldung von Einkommen oder Vermögenswerten in der Schweiz nicht als Straftat betrachtet wird. Daher können weder die Schweizer Behörden noch ausländische Behörden Angaben über Ihr Konto einholen. Zuerst müssen sie einen Schweizer Richter davon überzeugen, dass Sie eine nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch strafbare schwere Straftat begangen haben.

Für Privatangelegenheiten, wie zum Beispiel eine Erbschaft oder Scheidung wird das Bankgeheimnis nicht gelüftet, wenn Sie Ihre Bankangelegenheiten immer streng vertraulich gehalten haben. Der Kläger muss beweisen, dass das Konto existiert, wenn der Richter den Fall behandeln soll. In dieser Hinsicht bietet ein Nummernkonto die höchstmögliche Diskretion.

Warum gibt es das Schweizer Bankgeheimnis?

Das schweizerische Volk legt sehr starken Wert auf die Wahrung der Privatsphäre und betrachtet das Bankgeheimnis als wichtigen Aspekt davon. In den meisten Ländern der Welt gibt es eine Form des Bankgeheimnisses, obwohl sein Geltungsbereich in manchen Ländern durch die Einführung von Bestimmungen, die einer großen Anzahl von Personen und Behörden das Recht auf Zugang zu den Bankinformationen ihrer Bürger geben, weitgehend eingeschränkt wurde.

Wenn Sie die Geschichte des Schweizer Bankgeheimnisses betrachten sehen Sie, dass die Verstärkung und gesetzliche Festlegung dieses Geheimnisses zu einer Zeit stattfand, als viele Länder totalitäre Züge aufwiesen, wobei die staatlichen Interessen über die der Bürger gestellt wurden. Die in der Schweiz und anderen Ländern herrschende liberale Auffassung lässt sich einfach nicht mit einem Staat vereinbaren, der seine Nase so weit in die Angelegenheiten seiner Bürger steckt.

Was umfasst das Bankgeheimnis?

Das Schweizer Bankgeheimnis verbietet den Schweizer Banken, die Existenz Ihres Kontos ohne Ihre Einwilligung preiszugeben oder Angaben dazu offenzulegen. Das Geheimnis gilt für alle Ihre geschäftlichen Beziehungen zur Bank. Das Bankgeheimnis verjährt nicht und schützt alle Kontakte in Zusammenhang mit der Eröffnung eines Kontos, selbst wenn das Konto nie wirklich eröffnet wird. Auch wenn Ihr Konto aufgehoben ist, bleibt das Bankgeheimnis gültig. Dem Bankgeheimnis unterstehen alle Personen, die für die Bank arbeiten oder mit ihr zusammenarbeiten. Für eine Verletzung des Bankgeheimnisses kann der Bankier zu einer Gefängnisstrafe, zur Entrichtung eines Bußgelds und zu Schadenersatzzahlungen verurteilt werden.

Was sind die Folgen?

Jede Verletzung des Berufsgeheimnisses in der Finanzindustrie - ob vorsätzlich oder nicht - ist nach dem Strafrecht strafbar. Infolgedessen kann ein Schweizer Bankier, der Angaben über einen Kunden ohne dessen Einwilligung offenlegt, mit bis zu sechs Monaten Gefängnis bestraft werden und mit einer Buße von bis zu 50.000 Schweizer Franken. Sobald ein Verstoß bekannt wird, leitet der Schweizer Staatsanwalt automatisch ein Strafverfahren ein. Diese Situation unterscheidet sich also von einer Verletzung des Berufsgeheimnisses durch einen Rechtsanwalt oder Arzt, da in diesen Fällen der Geschädigte eine Klage einreichen muss. Zusätzlich zur Kriminalstrafe kann der geschädigte Kunde ein Zivilverfahren anstrengen und die Bank auf Schadenersatz verklagen. Dies alles bewirkt, dass die Banken jede erforderliche Maßnahme zur Vorbeugung gegen eine Verletzung des Bankgeheimnisses treffen und dass derartige Vorfälle in der Schweiz praktisch nicht vorkommen.

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4Jan/070

Das Bankschließfach

Fort Knox für Jedermann

Ein kleines Fach im Banktresor kann sinnvoll sein, nicht nur für Schmuckbesitzer. Welche Werte zu Hause in den Schubladen liegen, wird manchem erst klar, wenn es zu spät ist. Zum Beispiel nach einem Einbruch: Gestohlene Computer oder Fernsehgeräte machen oft nur einen Bruchteil des Schadens aus. Sind aber Wertgegenstände wie teure Schmuckstücke, Uhren oder Briefmarken weg, geht der Schaden schnell in die zigtausende. Wirklich reiche Leute bringen ihre wertvollen Geschmeide, Bargeldbündel oder Goldbarren deshalb sicher unter: Entweder im privaten Tresor hinter dem Ölgemälde oder im Schließfach einer verschwiegenen Schweizer Bank.

Doch auch für weitaus weniger betuchte Leute kann es sich durchaus lohnen, Wertgegenstände sicher aufzubewahren. Denn im Einzelfall reicht die übliche Hausratversicherung nicht aus: Bei Standardpolicen ist die Haftung für Wertsachen meist auf 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Ist der Hausrat mit 50.000 Euro versichert, liegt die Obergrenze für Wertsachen bei 10.000 Euro. Sollen besonders wertvolle Einzelstücke in die Hausratpolice mit aufgenommen werden, steht der Kunde vor der Wahl: Einen satten Prämienaufschlag in Kauf nehmen oder die Wertsachen in einem Tresor oder Bankschließfach aufbewahren. Gerade für handliche und sehr wertvolle Gegenstände ist das Schließfach im Banktresor der ideale Aufbewahrungsort. Doch die diskreten Fächer der Geldinstitute sind nicht nur für Meisteruhren, Gold und Diamanten geeignet. Auch Stammbücher, Versicherungspolicen, Testamente oder Unterlagen über Geheimzahlen und Passwörter können dort sicher gelagert werden.

Eine weitere Nutzungsmöglichkeit betrifft Unternehmer und Freiberufler. Vor allem in kleineren Unternehmen wird nach Erkenntnis vieler EDV-Experten die Datensicherheit oft sträflich vernachlässigt. Das die Sicherungsdisketten einfach neben dem Computer abgelegt und nicht einmal räumlich getrennt aufbewahrt werden, ist in vielen Kleinbetrieben eher die Regel als die Ausnahme. Doch in solchen Fällen wird bei einem Brand oder Einbruch die Datensicherheit zur Makulatur. Nimmt der Einbrecher den PC mitsamt den herumliegenden Disketten mit, sind wichtige Kunden- und Buchhaltungsdaten mitsamt den Kopien auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Werden die Datenträger jedoch im Bankschließfach aufbewahrt, ist eine Rekonstruktion der für das Unternehmen überlebenswichtigen Daten problemlos möglich.

Der Zugang zum Bankschließfach erfolgt auf unterschiedliche Weise, abhängig davon, ob die Bank ein manuelles oder elektronisches Tresorsystem hat. Beim manuellen system wird der Kunde nach der Identitätsprüfung von einem Mitarbeiter begleitet, der den Tresorraum aufschließt. Mit seinem eigenen Schlüsse muss dann der Kunde sein Fach öffnen. Bei elektronischen Zugangssystemen braucht der Kunde Chipkarte, Geheimzahl und Fachschlüssel, um an den Inhalt zu gelangen. Um Personal zu sparen, rüsten immer mehr Banken ihre manuellen Schließanlagen auf elektronische Systeme um.

Was im Schließfach wirklich drin ist, das weiß nur der Nutzer. Für den recht unwahrscheinlichen Fall eines Bankraubs oder eines Brands sollte er daher ein Verzeichnis mit allen im Schließfach deponierten Gegenständen und Dokumenten anfertigen. Bei Wertgegenständen sollten idealerweise eine Expertise und ein Foto vorliegen. So kann die Versicherung der Bank im Schadensfall Ersatz leisten, wenn im Mietpreis eine Standardversicherung enthalten ist. Ist der Wert der im Schließfach deponierten Gegenstände höher als die Versicherungssumme der Bank, empfiehlt sich eine Extrapolice.

Ganz unabhängig davon, ob und in welcher Höhe die Bank eine Versicherung dieses Inhalts anbietet, haftet sie bei Fahrlässigkeit ihrer eigenen Mitarbeiter. Weil die Bank mit dem Schließfach-Mietvertrag Wertgegenstände des Kunden in ihrer Obhut nimmt, muss sie auch für die entsprechende Sicherheit sorgen. Geht ein Bankmitarbeiter etwa leichtfertig mit der Sicherheit des Tresors um, haftet die Bank in unbegrenzter Höhe.

Das die Nachfrage nach Bankschließfächer groß ist, zeigen die Belegungskarteien der Banken. Bei einigen Instituten gib es sogar Wartelisten für bevorzugte Größen. Trotzdem: Ein Preisvergleich der Angebote lohnt sich. Die Mitpreise schwanken je nach Institut stark. Bei größeren Bankschließfächern lassen sich mit der Wahl eines günstigen Anbieters unter Umständen dreistellige Summen pro Jahr sparen. Sparen kann auch, wer die Safe-Miete von der Steuer absetzt. Doch das geht nur, wenn dort Wertpapiere lagern, deren Erträge auch versteuert werden.

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