Exkursion in Pripyat: Kleidung

Um für ein paar Stunden Pripyat zu erkunden ist kein Schutzanzug notwendig. Aber genauso wenig sind im Sommer T-Shirt und Shorts angesagt, vielmehr langärmelige Kleidung, lange Hose und – ganz wichtig – festes Schuhwerk. Flip-Flops sind kein geeignetes Schuhwerk um durch eine zerbröselnde Geisterstadt zu laufen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte trägt Einweg-Handschuhe (aus Baumwolle) und ein Tuch als Mundschutz.

Ich war im Frühjahr 2006 in Pripyat. Damals habe ich auf Handschuhe und Mundschutz verzichtet. Das Wetter war günstig. Allerdings wurde mir trotzdem abgeraten, meine Finger in den Mund zu stecken oder mir die Augen zu reiben. Und man möge mir glauben, nach zwei Stunden will man sich die Augen reiben oder über den Mund fahren. Bewusst und unbewusst. Vielleicht wirkt das alles ein bisschen paranoid, abschließend kann ich das nicht beurteilen. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Exkursion in Pripyat: Lebensmittel

Vielleicht hat es der eine oder andere Leser schon geahnt: Aktuell gibt es in Pripyat keine Filiale von Burger King oder McDonalds. Doch ein paar Stunden aktiver Aufenthalt in der Stadt machen den Besucher hungrig und durstig. Pripyat hat lauschige Stellen die zum Picknick einladen. Nun, wer mit Flip-Flops in diese Stadt kommt, der macht auch ungeniert Brotzeit in einem Hotspot. Für die Vernunftbegabten unter uns gilt: Getränke gut verschlossen halten und abgepackte kleine Snacks (z.B. Müsliriegel) mitführen. Keine Schokolade, macht sich nicht gut bei Wärme. Und wenn der Riegel noch so sehr mundet, das Getränk noch so erfrischen ist: Keine Finger abschlecken, sich nicht über den Mund wischen! Und deshalb auch keine Schokolade. Ein reichliches Frühstück und ein Lunch-Paket für die Busrückfahrt helfen, dem Heißhunger in der Tschernobyl-Zone auszuweichen, zumindest aber zu ertragen.

Exkursion in Pripyat: Equipment

Schätze mal, niemand fährt ohne Kamera nach Tschernobyl. Ich für meinen Teil bevorzuge eine echte Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Will sagen: Zur Ausrüstung gehört ein ordentlicher Rucksack und keine Handtasche. Die Akkus – jawohl Mehrzahl – wurden über Nacht geladen. Und an der Kapazität einer Speicherkarte sollte die Exkursion ebenfalls nicht scheiten. Ich beschreibe hier alles Dinge, die für einen Ausflug am Starnberger See oder zum Schloss Neuschwanstein selbstverständlich sind. Der Unterschied ist nur, in Pripyat stellt niemand seinen Rucksack auf den (verseuchten) Boden um mal eben eine Banane auszukramen.

P.S.

Ein Notebook mitzuschleifen ist reichlich überflüssig: Internet gibt es sowieso nicht, zum Speichern der Fotos befinden sich genügend Speicherkarten in der Hosentasche, für Notizen reichen Papier und Bleistift vollkommen aus.